- Sieben Teilprojekte in frühen Leistungsphasen 1 bis 4
- Planungsabschlüsse erst in zwei bis fünf Jahren erwartet
- Finanzierungslücken für Achsverschwenkung und Kreuzungsbauwerk noch ungeklärt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7496 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Großknoten Mannheim gilt als einer der verkehrsreichsten Eisenbahnknoten Deutschlands und ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 im Vordringlichen Bedarf zur Engpassbeseitigung eingestuft. Das Gesamtprojekt umfasst mehrere Teilmaßnahmen, darunter den viergleisigen Ausbau der Strecke Heidelberg-Wieblingen–Heidelberg Hbf, den dreigleisigen Ausbau Mannheim Hbf–Mannheim-Friedrichsfeld Süd sowie den Neubau eines höhenfreien Kreuzungsbauwerks in Mannheim-Friedrichsfeld. Zusätzlich laufen Planungen zur Einbindung der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim und der ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe. Eine frühere Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/6301) hatte bereits Finanzierungslücken bei einzelnen Planungsphasen sichtbar gemacht.
- Leistungsphase 3/4 — Heidelberg Hbf–Heidelberg-Wieblingen, Synchronisationsgleise Ludwigshafen und Studernheimer Kurve befinden sich hier; Abschluss in drei bis fünf Jahren.
- Leistungsphase 2 — Kreuzungsbauwerk Mannheim-Friedrichsfeld-Süd, Achsverschwenkung Mannheim Hbf und Strecke Mannheim Hbf–Mannheim-Friedrichsfeld Süd (GVFG-finanziert); Abschluss in zwei bis drei Jahren erwartet.
- Ende Leistungsphase 1 — ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe; Abschluss der Leistungsphase 2 in vier bis fünf Jahren erwartet.
- 15 km Tunnel — Geplante Tunnelstrecke der NBS Frankfurt–Mannheim südlich von Einhausen bis Mannheim-Blumenau.
- 17. Juli 2026 — Vorplanungsbericht NBS Frankfurt–Mannheim an den Bundestag übermittelt.
Im Detail
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) befindet sich hierzu in Abstimmung mit dem Bundesministerium der Finanzen und der Deutschen Bahn AG (DB AG).
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7496, S. 2
Der Ausbau des Großknotens Mannheim — eines der bedeutendsten Schieneninfrastrukturprojekte im Südwesten Deutschlands — kommt nur langsam voran. Laut der Antwort der Bundesregierung vom 5. August 2026 auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drs. 21/7496) befinden sich alle sieben Teilprojekte noch in frühen Planungsphasen. Die Abschlüsse der laufenden Leistungsphasen werden frühestens in zwei, spätestens in fünf Jahren erwartet — ein Baubeginn liegt damit noch deutlich weiter in der Zukunft.
Planungsstand der Teilprojekte im Großknoten Mannheim
Die Bundesregierung hat den aktuellen Stand der einzelnen Maßnahmen detailliert aufgeschlüsselt. Die Strecke Heidelberg Hbf–Heidelberg-Wieblingen befindet sich in den Leistungsphasen 3 und 4 (Entwurfs- und Genehmigungsplanung); der Abschluss dieser Phase ist in drei bis vier Jahren geplant. Ebenfalls in Leistungsphase 3/4 befinden sich die Synchronisationsgleise Ludwigshafen, deren Terminschiene jedoch wegen technischer Abhängigkeiten zum Digitalen Stellwerk (DSTW) Ludwigshafen noch geprüft wird, sowie die Studernheimer Kurve mit einem Abschlusshorizont von drei bis vier Jahren.
Drei weitere Teilprojekte stecken noch in der früheren Leistungsphase 2 (Vorplanung): das Kreuzungsbauwerk Mannheim-Friedrichsfeld-Süd, die Achsverschwenkung des Gleisvorfeldes am Mannheimer Hauptbahnhof sowie der dreigleisige Ausbau der Strecke Mannheim Hbf–Mannheim-Friedrichsfeld Süd, der über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) finanziert wird. Für diese drei Vorhaben wird der Abschluss der Leistungsphase 2 in zwei bis drei Jahren erwartet. Das weitreichendste Vorhaben im Verbund — die ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe — steht am frühesten Punkt: Es befindet sich am Ende der Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung). Der Abschluss der Leistungsphase 2 wird hier erst in vier bis fünf Jahren erwartet.
Finanzierungslücken noch nicht geschlossen
Ein zentrales Problem bleibt die Finanzierung der nächsten Planungsschritte für zwei Teilprojekte. Für die Achsverschwenkung am Mannheimer Hauptbahnhof und das Kreuzungsbauwerk Mannheim-Friedrichsfeld sind in der bestehenden Sammelfinanzierungsvereinbarung keine Mittel für die Leistungsphasen 3 und 4 vorgesehen. Laut Bundesregierung befindet sich das Bundesministerium für Verkehr (BMV) „in Abstimmung mit dem Bundesministerium der Finanzen und der Deutschen Bahn AG“. Ein konkretes Ergebnis oder einen Zeitplan für diese Abstimmung nennt die Antwort nicht.
Ähnlich offen bleibt die Frage der zeitlichen Synchronisierung der GVFG-finanzierten Maßnahme mit den übrigen Bundesvorhaben. Die Regierung erklärt, dass eine zeitgleiche Umsetzung nur möglich sei, wenn die Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung (BUV)-Vorhaben und die GVFG-Maßnahme parallel finanziert und vorangetrieben werden. Ob das gelingt, hängt von der Bereitstellung entsprechender Mittel ab.
Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim: Parlament am Zug
Für die Einbindung der Neubaustrecke (NBS) Frankfurt–Mannheim in den Großknoten gibt es einen konkreten Fortschritt: Das BMV hat den Bericht zum Ergebnis der Vorplanung und frühen Öffentlichkeitsbeteiligung am 17. Juli 2026 an den Bundestag übermittelt. Das weitere parlamentarische Verfahren obliegt nun dem Parlament. Eine Anbindung der ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe an die NBS Frankfurt–Mannheim wird durch das Konzept der sogenannten Aufwärtskompatibilität vorbereitet: Planungen zur NBS Frankfurt–Mannheim berücksichtigen, dass spätere Verbindungen zur ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe grundsätzlich möglich bleiben.
Die Frage nach einer Anbindung der Schwetzinger bzw. Friedrichsfelder Kurve hat die DB InfraGO AG nach Prüfung beider Varianten — höhengleich und höhenfrei — verneint: Sowohl die höhengleiche Lösung würde Kreuzungskonflikte verursachen als auch die höhenfreie Variante würde den Nutzen übersteigen. Eine Weiterplanung dieser Verbindungskurve erfolgt daher nicht.
Personalfrage ohne Antwort
Die Grünen hatten auch nach der Personalstärke im Projektteam des Großknotens Mannheim in Vollzeitäquivalenten für die Jahre 2020 bis 2027 gefragt. Die Bundesregierung verweist hier auf die DB InfraGO AG, die angibt, dass Projektteams in der Regel mehrere Projekte parallel bearbeiten und projektspezifische Personalzahlen im Sinne der Fragestellung nicht vorliegen. Eine konkrete Zahl bleibt damit aus.
Der Großknoten Mannheim ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 im Vordringlichen Bedarf eingestuft — ähnlich wie andere große Schienenausbauprojekte im Südwesten. Vergleichbare Finanzierungs- und Planungsfragen stellen sich auch bei anderen Infrastrukturvorhaben, etwa beim Rheintalbahn-Ausbau, wo die Finanzierung der Güterumfahrung Freiburg ebenfalls noch offen ist.
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Betroffen sind vor allem Bahnreisende und Pendler im Korridor Mannheim–Heidelberg–Karlsruhe sowie Güterverkehrsunternehmen, die den Rangierbahnhof Mannheim nutzen. Auch die Städte Ludwigshafen, Schwetzingen und Worms sind durch geplante Infrastrukturmaßnahmen Teil des Projekts.
Bei der Frage nach der parlamentarischen Befassung zum Projekt ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe verweist die Bundesregierung darauf, dass hierzu noch keine Terminplanung vorliegt. Die Frage nach dem Personalbestand im Projektteam bleibt faktisch unbeantwortet, da der DB InfraGO AG nach eigenen Angaben keine entsprechenden projektspezifischen Daten vorliegen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Großknoten Mannheim: Grüne fragen nach Planungsstand und Finanzierungslücken →
- Leistungsphase (Lph)
- Planungsabschnitte nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Lph 1 = Grundlagenermittlung, Lph 2 = Vorplanung, Lph 3/4 = Entwurfsplanung/Genehmigungsplanung.
- GVFG
- Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz — Bundesgesetz, das Finanzhilfen des Bundes für Investitionen in kommunale Verkehrsinfrastruktur regelt.
- Aufwärtskompatibilität
- Im Planungskontext: Maßnahmen werden so geplant, dass spätere Erweiterungen oder Anschlüsse (z. B. einer weiteren Strecke) technisch möglich bleiben, ohne bereits geplante Strukturen zu verändern.
Wann wird der Großknoten Mannheim fertig ausgebaut sein?
Ein Fertigstellungstermin ist noch nicht bekannt. Die Planungen für die einzelnen Teilprojekte laufen noch und werden laut Bundesregierung erst in zwei bis fünf Jahren abgeschlossen. Der Baubeginn liegt damit noch weiter in der Zukunft.
Was ist die ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe?
Die ABS/NBS Mannheim–Karlsruhe ist eine geplante Aus- und Neubaustrecke zwischen beiden Städten. Sie befindet sich am Ende der Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung); der Abschluss der Leistungsphase 2 wird erst in vier bis fünf Jahren erwartet.
Warum fehlen Finanzmittel für manche Teilprojekte?
Für die Maßnahmen Achsverschwenkung Mannheim Hbf und Kreuzungsbauwerk Mannheim-Friedrichsfeld sind in der bestehenden Sammelfinanzierungsvereinbarung keine Mittel für die Leistungsphasen 3 und 4 vorgesehen. Das Bundesverkehrsministerium verhandelt darüber noch mit dem Finanzministerium und der DB AG.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7496 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































