- 3.543.865 Unternehmen in Deutschland, davon 99,2 % KMU
- 84 Prozent aller Firmen haben weniger als 10 Beschäftigte
- 215.000 Unternehmen planten 2024/2025 eine Nachfolgeregelung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7502 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutschland verfügt laut Statistischem Bundesamt über eine kleinteilige Unternehmenslandschaft: Im Jahr 2024 zählte das Unternehmensregister 3,5 Millionen rechtliche Einheiten. Die EU-Kommission definiert KMU anhand von Beschäftigtenzahl und Umsatz in vier Klassen: Kleinstunternehmen (unter 10 Beschäftigte), kleine Unternehmen (10–49), mittlere Unternehmen (50–249) und Großunternehmen (250 und mehr). Die Fraktion Die Linke hatte mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7317 umfangreiche Strukturdaten nach Betriebsgrößen, Rechtsformen, Beschäftigung und Förderprogrammen angefordert. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beantwortete die Anfrage am 4. August 2026.
- 3.543.865 — Gesamtzahl der Unternehmen (rechtliche Einheiten) in Deutschland im Jahr 2024
- 3.011.214 — Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten (85 % aller Unternehmen)
- 18.632 — Großunternehmen mit mehr als 249 Beschäftigten (0,5 % aller Unternehmen)
- 215.000 — Unternehmen, die laut KfW in den Jahren 2024/2025 eine Nachfolgeregelung anstrebten
- 1.642.249 — GmbHs in Deutschland laut Handelsregisterauswertung (Stand 1. Januar 2026)
Im Detail
Von den über 3,5 Mio. KMU sind fast 59 Prozent Einzelunternehmen, gefolgt von 24 Prozent Kapitalgesellschaften und über 12 Prozent Personengesellschaften.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7502, S. 2
Deutschland zählt 2024 insgesamt 3.543.865 Unternehmen — und die überwältigende Mehrheit davon sind Kleinstbetriebe. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/7502) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am 4. August 2026 übermittelte. Die Anfrage (BT-Drs. 21/7317) umfasste 13 Fragen zur Wirtschaftspolitik nach Betriebsgrößen.
KMU-Struktur: Kleinstunternehmen dominieren
Von den rund 3,54 Millionen Unternehmen entfallen 3.011.214 auf Kleinstunternehmen mit weniger als zehn abhängig Beschäftigten — das entspricht knapp 85 Prozent aller Betriebe. Weitere 429.318 gelten als kleine Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte), 84.701 als mittlere Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte). Großunternehmen mit mehr als 249 Beschäftigten gibt es bundesweit nur 18.632 — weniger als ein Prozent aller Firmen. Insgesamt sind damit 99,2 Prozent aller Unternehmen dem KMU-Sektor zuzurechnen.
Nordrhein-Westfalen führt mit 740.506 Unternehmen die Länderliste an, gefolgt von Bayern (647.475) und Baden-Württemberg (478.571). Schlusslicht ist das Saarland mit 37.657 Einheiten. Die Auswertung basiert auf dem Unternehmensregister der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Stand: 24. Juli 2026, aufbereitet durch das IfM Bonn).
Rechtsformen: GmbH und Einzelunternehmen dominieren
Bei der Rechtsformstruktur zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen KMU und Großunternehmen. Unter den KMU sind fast 59 Prozent Einzelunternehmen, gefolgt von 24 Prozent Kapitalgesellschaften und gut 12 Prozent Personengesellschaften. Bei Großunternehmen dreht sich das Bild: Hier dominieren Kapitalgesellschaften mit rund 68 Prozent, während Einzelunternehmen kaum eine Rolle spielen (unter 1 Prozent). Laut Handelsregisterauswertung (Stand 1. Januar 2026) gibt es bundesweit 1.642.249 GmbHs und 214.572 Unternehmergesellschaften (UG). Die GmbH ist damit mit Abstand die häufigste Kapitalgesellschaftsform.
Angaben zu Rechtsformen aufgeschlüsselt nach Bundesländern und gleichzeitig nach Betriebsgrößenklassen sind laut Bundesregierung statistisch nicht verfügbar, da die Statistischen Ämter diese Kombination nicht veröffentlichen.
Datenlücken bei BIP-Anteilen und Förderstatistiken
Auf mehrere politisch relevante Fragen bleibt die Bundesregierung konkrete Antworten schuldig — nicht aus mangelndem Willen, sondern weil die Daten schlicht nicht erhoben werden. So liegen keine Angaben zum BIP-Anteil einzelner Betriebsgrößenklassen vor (Fragen 7 und 8). Zwar existieren Schätzwerte zur Bruttowertschöpfung nach Unternehmensgrößen, diese lassen sich aber nicht auf das BIP übertragen. Ebenso fehlen aufgeschlüsselte Zahlen zu Finanzhilfen und Steuervergünstigungen nach Betriebsgröße und Bundesland (Frage 13). Wie viele Betriebe von welchen Förderprogrammen profitiert haben, kann die Bundesregierung ebenfalls nicht differenziert nach Größenklasse oder Region benennen.
Unternehmensnachfolge: 215.000 Fälle in zwei Jahren
Ein eigenes Themenfeld der Anfrage betraf die Betriebsnachfolge. Nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) strebten in den Jahren 2024 und 2025 hochgerechnet rund 215.000 Unternehmen eine Unternehmensnachfolge an. Belastbare Zahlen, wie viele davon von Bundesprogrammen profitiert haben, liegen der Bundesregierung nicht vor. Für weiterführende Informationen verweist sie auf ihre frühere Antwort zur Kleinen Anfrage „Probleme bei Betriebsübergaben und Betriebsneugründungen“ (BT-Drs. 21/4765 vom 13. März 2026). Das IfM Bonn schätzt für den Zeitraum 2026 bis 2030 die Zahl „erfolgreicher“ Nachfolgeregelungen nach Bundesländern — diese Zahlen sind jedoch keine offizielle Regierungsstatistik.
Die Förderdatenbank des Bundes unter förderdatenbank.de ermöglicht laut Bundesregierung eine Filterung nach Unternehmensgrößen, enthält aber keine aggregierten Auswertungen zu Haushaltsmitteln je Betriebsgrößenklasse. Haushaltsmittel werden für Programme insgesamt bereitgestellt; die Verteilung auf Zielgruppen ergibt sich erst aus den Bewilligungen.
Für Beschäftigtenzahlen nach Betriebsgrößenklassen und Bundesland verweist die Bundesregierung auf die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (Stichtag 30. Juni 2025), die online abrufbar ist.
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Betroffen sind alle rund 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland sowie die dort beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Besonders relevant sind die Daten für Selbstständige und Inhaber kleiner Betriebe, die den Großteil der deutschen Unternehmenslandschaft ausmachen. Für Unternehmen im Übergangsprozess – laut KfW rund 215.000 in den Jahren 2024 und 2025 – sind zudem die Antworten zu Nachfolgeprogrammen von Bedeutung.
Zu mehreren zentralen Fragen verweist die Bundesregierung auf fehlende Datenverfügbarkeit: BIP-Anteile nach Betriebsgrößenklasse (Fragen 7 und 8), Finanzhilfen und Steuervergünstigungen nach Beschäftigtengrößenklasse (Frage 13) sowie die Anzahl der von Förderprogrammen profitierenden Betriebe nach Größenklasse und Bundesland (Frage 11) können nicht beantwortet werden. Bei Frage 9 wird auf externe Datenbanken der Bundesagentur für Arbeit verwiesen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Unternehmensstruktur: Linke fragt nach KMU-Förderung und Betriebsnachfolge →
- KMU
- Kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition: Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten und einem Jahresumsatz unter 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme unter 43 Mio. Euro.
- Unternehmensregister
- Gemeinsames statistisches Register der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, das alle umsatzsteuerpflichtigen und/oder sozialversicherungspflichtig beschäftigenden Einheiten erfasst.
- Rechtliche Einheit
- Im Unternehmensregister jede natürliche Person, die wirtschaftlich tätig ist, sowie jede juristische Person oder Personenvereinigung – unabhängig von der Anzahl der Betriebe.
Wie viele KMU gibt es in Deutschland?
Laut Unternehmensregister gab es 2024 insgesamt 3.543.865 Unternehmen in Deutschland, davon 3.515.796 KMU (99,2 Prozent). Kleinstunternehmen mit unter 10 Beschäftigten stellen mit 3.011.214 Einheiten die größte Gruppe.
Welche Rechtsform haben die meisten deutschen Unternehmen?
Bei KMU dominieren Einzelunternehmen mit fast 59 Prozent. Bei Großunternehmen überwiegen Kapitalgesellschaften mit rund 68 Prozent, gefolgt von Personengesellschaften mit rund 19 Prozent.
Wie viele Unternehmen suchen eine Nachfolgeregelung?
Nach KfW-Angaben strebten in den Jahren 2024 und 2025 hochgerechnet rund 215.000 Unternehmen eine Unternehmensnachfolge an. Aufschlüsselungen nach Betriebsgröße oder Bundesland liegen der Bundesregierung nicht vor.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7502 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































