- Linke fragt nach rechtsextremen Immobilien-Netzwerken
- Fokus auf Finanzierung und internationale Verbindungen
- Bedrohung für demokratische Alltagskultur im Visier
Rechtsextreme Immobilien: Linke holt Neonazi-Netzwerk-Daten
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6378 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die strategische Nutzung von Immobilien gilt als wichtiger Baustein der rechtsextremen Szene. Häuser, Kneipen und Veranstaltungsräume dienen nicht nur als Treffpunkte, sondern auch zur Rekrutierung und ideologischen Festigung. Prominente Beispiele sind der Antaios-Verlag in Schnellroda oder die rechtsextreme Szenekneipe ‚Bulls Eye‘ in Eisenach, die überregionale Anziehungskraft entwickelt haben.
Im Detail
Wo Neonazis sich ausbreiten und verankern, wird die demokratische Alltagskultur zerstört. Queere, Schwarze, jüdische, muslimische, migrantisierte oder linke Menschen bekommen diese Verschiebung am bedrohlichsten zu spüren.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6378
Die Linke-Fraktion hat eine umfassende Kleine Anfrage zur strategischen Nutzung von Immobilien durch die rechtsextreme Szene gestellt. Die 17 Fragen der Drucksache 21/6378 vom 10. Juni 2026 zielten darauf ab, das Ausmaß der rechtsextremen Immobilien-Netzwerke in Deutschland zu erfassen.
Strategische Bedeutung rechtsextremer Immobilien
Laut Vorbemerkung der Anfrage erfüllen Immobilien mehrere strategische Zwecke für die rechtsextreme Szene. In Häusern unter rechtsextremer Kontrolle treffen sich Neonazis, halten Veranstaltungen ab und planen Aktionen. Als Rekrutierungsorte im vorpolitischen Raum dienen Tattoo-, Musik- und Kampfsportstudios. Auch Kneipen oder Bekleidungsgeschäfte.
Die Fraktion verwies auf konkrete Beispiele: In Schnellroda sind der Antaios-Verlag und die Nachfolgeorganisationen des 2024 verbotenen Instituts für Staatspolitik ansässig. Die rechtsextreme Szenekneipe ‚Bulls Eye‘ in Eisenach hat überregionale Anziehungskraft entwickelt, während in Ostritz Neonazis seit 2018 ein Hotelgrundstück für Rechtsrockfestivals nutzen.
Was die Anfrage konkret wissen will
Die Linke erkundigt sich nach Immobilien im Besitz oder zur Nutzung durch rechtsextreme Personen, Parteien und Organisationen. Dabei listete sie über 20 Organisationen auf – darunter ‚Die Heimat‘ (vormals NPD), ‚Der Dritte Weg‘ und die AfD. Auch die ‚Identitäre Bewegung‘ und völkische Siedlergruppen wie die ‚Anastasia-Bewegung‘ stehen im Fokus.
Nach Veranstaltungen, Straftaten und Hausdurchsuchungen fragt die Fraktion. Waffenfunde in diesen Immobilien seit Januar 2025 interessieren ebenfalls. Geldwäsche-Ermittlungen und internationale Finanzierungsquellen bilden weitere Schwerpunkte der Anfrage.
Einfluss auf demokratische Alltagskultur
Die Fragesteller führten an, rechtsextreme Immobilien-Netzwerke wirken nicht nur szene-intern. Sie beeinflussen auch die jeweiligen Sozialräume. ‚Wo Neonazis sich ausbreiten und verankern, wird die demokratische Alltagskultur zerstört‘, hieß es in der Vorbemerkung.
Präventionsmaßnahmen des Bundes thematisiert die Anfrage ebenfalls. Sie fragt nach Weiterbildungsangeboten zu rechtsextremen Raumaneignungsstrategien, wobei ein geplanter Handlungsleitfaden der Sicherheitskooperation Ost zur Abwehr rechtsextremistischer Nutzungsabsichten von besonderem Interesse ist.
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Besonders bedroht sind laut Fragesteller queere, schwarze, jüdische, muslimische, migrantisierte oder linke Menschen in Gebieten, wo sich rechtsextreme Netzwerke über Immobilien verankern.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit zur Antwort. Nach der Beantwortung ist das parlamentarische Verfahren abgeschlossen.
- Reichsbürger
- Personen, die die Bundesrepublik Deutschland und deren Rechtssystem nicht anerkennen.
- Identitäre Bewegung
- Rechtsextreme Bewegung, die ethnokulturelle Identität als politisches Konzept propagiert.
Was will die Linke konkret wissen?
Die Fraktion erfragt detaillierte Angaben zu Immobilien im Besitz rechtsextremer Gruppen, deren Nutzung und Finanzierung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6378 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.







































































