- 244 Integrationskurse und 183 Berufssprachkurse in Thüringen gestartet
- 2,8 Millionen Euro Ausgaben für Berufssprachkurse Sept. 2025 bis Juni 2026
- 3.145 Personen traten in Berufssprachkurse ein, 136 brachen ohne Angabe von Gründen ab
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7237 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist die zentrale Bundesbehörde für Integrationsmaßnahmen und Sprachförderung. Integrationskurse und Berufssprachkurse bilden gemeinsam das sogenannte „Gesamtprogramm Sprache“ (GPS). Diese Anfrage knüpft an eine frühere Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/1688) an und aktualisiert die Datenlage für den Zeitraum September 2025 bis Juni 2026. Die Anfrage wurde vom Bundesministerium des Innern am 15. Juli 2026 beantwortet.
- 244 — Integrationskurse, die im Freistaat Thüringen von September 2025 bis Juni 2026 neu begonnen haben.
- 183 — Berufssprachkurse, die im selben Zeitraum in Thüringen durchgeführt wurden.
- 2.795.665,20 Euro — Gesamtausgaben für Berufssprachkurse in Thüringen im betrachteten Zeitraum.
- 3.145 — Personen, die in Berufssprachkurse eintraten; davon waren 196 verpflichtet worden.
- 136 — Personen, die einen Berufssprachkurs ohne Angabe von Gründen vorzeitig beendeten.
Im Detail
Integrationskurse und Berufssprachkurse bilden zusammen das „Gesamtprogramm Sprache“ (GPS) und stellen damit die zentrale Säule der Sprachförderung des Bundes für Zugewanderte dar.
— BT-Drs. 21/7237, Antwort der Bundesregierung, S. 2
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat im Freistaat Thüringen zwischen September 2025 und Juni 2026 insgesamt 244 Integrationskurse und 183 Berufssprachkurse gefördert. Die Ausgaben für Berufssprachkurse beliefen sich in diesem Zeitraum auf rund 2,8 Millionen Euro. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/7237, Antwort vom 15. Juli 2026).
Integrationskurse und Berufssprachkurse bilden gemeinsam das sogenannte Gesamtprogramm Sprache (GPS) und stellen laut Bundesregierung die zentrale Säule der Sprachförderung des Bundes für Zugewanderte dar. Die 244 neu gestarteten Integrationskurse verteilen sich auf 105 Kurse im Herbst und Winter 2025 sowie 139 Kurse im ersten Halbjahr 2026. Für Integrationskurse wurden im gleichen Zeitraum insgesamt 2.940 Teilnahmeverpflichtungen mit Wohnort in Thüringen ausgestellt.
BAMF-Integrationskurse Thüringen: Teilnahme und Träger
An den 183 Berufssprachkursen nahmen insgesamt 3.145 Personen teil, davon waren 196 zur Teilnahme verpflichtet worden. Die Zahl der Personen, die einen Berufssprachkurs vorzeitig und ohne Angabe von Gründen beendeten, liegt bei 136. Einzelne Kursabbrüche bei Integrationskursen werden statistisch nicht erfasst, da die Gründe für das Ausbleiben eines Teilnehmers — etwa Erkrankung, Schwangerschaft, Arbeitsaufnahme oder Umzug — sehr unterschiedlich sind und eine temporäre Unterbrechung nicht gleichzusetzen ist mit einem endgültigen Ausstieg.
Die Berufssprachkurse werden von einem breiten Netzwerk aus über 36 Trägern durchgeführt, darunter Volkshochschulen aus allen Thüringer Landkreisen, kirchliche Träger wie der Evangelische Kirchenkreis Erfurt sowie private Bildungsanbieter wie Berlitz Deutschland GmbH oder die Grone Bildungszentren Thüringen gGmbH. Die Ausgaben für Berufssprachkurse stiegen von rund 291.000 Euro im Zeitraum September bis Dezember 2025 auf über 2,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026 — insgesamt 2.795.665 Euro.
Integrationsprojekte: Themen und Fördersummen
Neben den Sprachkursen finanziert das BAMF in Thüringen auch projektbasierte Integrationsmaßnahmen. Die beigefügte Anlage zur Antwort listet mehrere Projekte auf: Der Thüringer Volkshochschulverband e.V. erhielt 2025 rund 684.000 Euro für Erstorientierungskurse, die Zugewanderten grundlegende Informationen über das Leben in Deutschland vermitteln sollen. Die jipi gUG betreibt sogenannte „Houses of Resources“, die Beratung, Qualifizierung und Mikroprojektförderung für Migrantenorganisationen anbieten und dafür 2025 rund 160.000 Euro erhielten.
Weitere geförderte Projekte umfassen unter anderem „Crazy Cooking“ (mobile Kochevents im ländlichen Raum zur Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund), das Projekt „#zusammenwachsen“ (ein Quartiersgarten in Mühlhausen) sowie „MigRadio“, ein seit Februar 2026 laufendes Radioformat zur Stärkung des alltagsbezogenen Spracherwerbs. In einem Fall — beim Projekt „Nachbarschaftliche Patenschaften“ des Plattform e.V. — wurde ein Rückforderungsbetrag von 457,36 Euro wegen nicht zuwendungsfähiger Ausgaben aus dem Projektjahr 2024 verzeichnet.
Migrationsberatung: Millionensummen über Wohlfahrtsverbände
Einen erheblichen Teil der Förderung macht die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) aus. Diese wird über die großen Wohlfahrtsverbände abgewickelt: Die AWO erhielt 2025 rund 1,0 Millionen Euro, der Deutsche Caritasverband rund 300.000 Euro, die Diakonie Deutschland rund 291.000 Euro und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband rund 237.000 Euro. Die Fördersummen für 2026 lagen zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht vor. Diese Mittel fließen unmittelbar in Beratungsleistungen für zugewanderte Erwachsene in Thüringen.
Die vorliegende Antwort setzt eine bereits früher begonnene parlamentarische Beobachtung fort: Bereits mit BT-Drs. 21/1688 hatte die AfD-Fraktion ähnliche Daten für Thüringen abgefragt. Die aktuelle Anfrage ergänzt den Datensatz um den Zeitraum September 2025 bis Juni 2026. Einen ähnlichen Förderungsüberblick auf Bundesebene liefert auch die Berichterstattung über NGO-Förderungen im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“. Informationen zu weiteren Bundesförderprogrammen mit vergleichbaren Strukturen finden sich im Beitrag über KfW-Förderungen seit 2022.
Weiterlesen:
- Demokratie leben! Brandenburg: Fördersummen für NGOs gefragt
- Abraham Accords Institute: 2,7 Mio. Euro Bundesförderung unter Prüfung
- Das bewegt Deutschland — 02.08.2026
Betroffen sind Zugewanderte in Thüringen, die an Integrations- oder Berufssprachkursen teilnehmen oder Beratungsangebote der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) in Anspruch nehmen. Im betrachteten Zeitraum traten rund 3.145 Personen in Berufssprachkurse ein; für Integrationskurse wurden 2.940 Verpflichtungen mit Wohnort in Thüringen ausgestellt.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen weitgehend vollständig. Bei den Trägerdaten der Integrationskurse für die Vergangenheit verweist sie auf fehlende Daten; bei den MBE-Fördersummen für 2026 sind noch keine Angaben möglich. Die Abbruchzahlen für Integrationskurse können aufgrund statistischer Erfassungsgrenzen nicht ausgewiesen werden.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. BAMF-Förderung Thüringen: AfD fragt Integrationsprojekte und Sprachkurse ab →
- Gesamtprogramm Sprache (GPS)
- Bundesweites Förderprogramm, das Integrationskurse und Berufssprachkurse zusammenfasst und die zentrale Sprachförderung des Bundes für Zugewanderte darstellt.
- MBE (Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte)
- Bundesweit gefördertes Beratungsangebot für erwachsene Zugewanderte, das von Wohlfahrtsverbänden wie AWO, Caritas, Diakonie und Paritätischem Wohlfahrtsverband durchgeführt wird.
- Berufssprachkurse
- Vom BAMF geförderte Kurse, die berufsbezogene Deutschkenntnisse vermitteln und Zugewanderten den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollen.
Wie viele Integrationskurse starteten in Thüringen?
Im Zeitraum September 2025 bis Juni 2026 begannen insgesamt 244 Integrationskurse neu, davon 105 im Herbst/Winter 2025 und 139 im ersten Halbjahr 2026.
Wie hoch waren die Ausgaben für Berufssprachkurse?
Die Gesamtausgaben für im Freistaat Thüringen begonnene Berufssprachkurse betrugen im genannten Zeitraum rund 2,795 Millionen Euro.
Welche Projekte fördert das BAMF in Thüringen außerdem?
Das BAMF fördert u. a. Erstorientierungskurse, Migrationsberatung (MBE) über Wohlfahrtsverbände sowie Integrationsprojekte wie Quartiersgärten, Radioformate und biographische Veranstaltungsreihen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7237 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































