- 24.180 Grundsicherungsfälle im Alter und bei Erwerbsminderung in MV (2025)
- Verhältnis Pflichtversicherte zu Rentnern in MV nur 1,19 — bundesweit schlechtester Wert
- Durchschnittliche Altersrente Frauen in MV 2025: 1.316 Euro (Rentenbestand)
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7379 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Ostdeutschland — und besonders Mecklenburg-Vorpommern — weist strukturelle Besonderheiten bei der Alterssicherung auf: Laut Alterssicherungsbericht 2024 stammen 79 Prozent der Einkommen der über 65-Jährigen in Ostdeutschland aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Rund drei Viertel der Rentnerinnen und Rentner in Ostdeutschland beziehen ausschließlich GRV-Leistungen. Die Fraktion Die Linke hatte diese Anfrage eingebracht, um aktuelle Daten zur Lage der Alterssicherung in MV zusammenzutragen. Die Antwort wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 27. Juli 2026 übermittelt.
- 24.180 — Grundsicherungsempfänger im Alter und bei Erwerbsminderung in MV Ende 2025 (2016: 20.865)
- 1,19 — Verhältnis Pflichtversicherte zu Rentnern in MV (31.12.2024 / 1.7.2024): niedrigster Wert aller Bundesländer
- 518.761 — Gesamtzahl der Rentnerinnen und Rentner in MV am 1.7.2025
- 1.316 Euro/Monat — durchschnittlicher Zahlbetrag Altersrente Frauen in MV (Rentenbestand 31.12.2025)
- 93.635 von 158.869 — Frauen in MV mit 40+ Versicherungsjahren, die eine Altersrente unter 1.446 Euro erhalten (58,9 Prozent)
Im Detail
Der beste Schutz gegen Altersarmut sind eine gute Ausbildung, durchgehende Erwerbsbiografien mit anständigen Löhnen und die Absicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung flankiert durch betriebliche Altersversorgung und private Zusatzvorsorge.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7379, S. 7
Mecklenburg-Vorpommern hat unter allen Bundesländern das ungünstigste Verhältnis von Pflichtversicherten zu Rentnerinnen und Rentnern: Auf eine Rentnerin oder einen Rentner kommen laut BT-Drs. 21/7379 nur 1,19 Pflichtversicherte (Stand: Ende 2024 / Mitte 2024). Bundesweit liegt dieser Wert bei 1,74 — in Hamburg sogar bei 2,40. Dieser strukturelle Unterschied spiegelt die demografische und wirtschaftliche Lage des Nordostens wider und hat direkte Auswirkungen auf die Rentenhöhen und den Bedarf an staatlichen Zusatzleistungen.
Die Zahl der Grundsicherungsfälle im Alter und bei Erwerbsminderung in Mecklenburg-Vorpommern ist seit 2016 kontinuierlich gestiegen: von 20.865 auf 24.180 im Jahr 2025 — ein Plus von rund 16 Prozent in neun Jahren. Davon entfielen Ende 2025 auf Männer 14.050 und auf Frauen 10.125 Fälle. Bundesweit erhielten Ende 2025 insgesamt rund 1,28 Millionen Menschen diese Leistung.
Altersarmut in Mecklenburg-Vorpommern: Rentenhöhen im Vergleich
Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge in MV liegen im bundesweiten Vergleich bei Männern unter, bei Frauen teils über dem Durchschnitt. Im Rentenbestand per 31. Dezember 2025 erhielten Männer in MV durchschnittlich 1.449 Euro monatlich aus der Altersrente, Frauen 1.316 Euro. Bundesweit lagen diese Werte bei 1.531 Euro (Männer) und 1.025 Euro (Frauen). Frauen in Ostdeutschland — und damit auch in MV — profitieren von längeren Beitragszeiten aus DDR-Zeiten, was die höheren Frauenrenten erklärt.
Trotz teilweise langer Versicherungsbiografien sind viele Renten gering: Von den 158.869 Frauen in MV mit mindestens 40 Versicherungsjahren erhalten 93.635 eine Altersrente unter 1.446 Euro monatlich — das entspricht knapp 59 Prozent dieser Gruppe. Bei Männern liegt dieser Anteil deutlich niedriger: Von 148.478 Männern mit 40+ Jahren erhalten 67.601 (rund 46 Prozent) weniger als 1.446 Euro. Als Ursache nennt die Bundesregierung neben Teilzeitarbeit auch beitragsfreie Zeiten wie Phasen der Arbeitslosigkeit oder Hochschulausbildung, die zwar auf die Versicherungsjahre angerechnet werden, aber keine Beiträge generieren.
Was gilt aktuell bei der Grundsicherung im Alter?
Wer in Deutschland das Regelaltersrentenalter erreicht hat und dessen Einkommen — einschließlich Rente — den soziokulturellen Mindestbedarf nicht deckt, hat Anspruch auf Grundsicherung im Alter nach dem 4. Kapitel SGB XII. Diese Leistung ist bedarfsabhängig und wird unabhängig vom Vermögen von Kindern oder Eltern gewährt. In MV bezogen Ende 2025 rund 9.920 Personen ab Regelaltersgrenze diese Leistung — 2016 waren es erst 5.935 Personen. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 67 Prozent.
Bei den Erwerbsminderungsrenten zeigt sich ein weiteres Problem: Im Jahr 2025 wurde in MV 95,2 Prozent aller neu zugehenden Erwerbsminderungsrenten mit Abschlägen versehen. Die durchschnittliche Abschlagshöhe lag bei 134 Euro brutto monatlich. Dieser Wert ist seit 2016 (90 Euro) kontinuierlich gestiegen, was den finanziellen Druck auf Erwerbsgeminderte verstärkt.
Beschäftigung und Rente: Die Lage im Alter
Von den rund 518.761 Rentnerinnen und Rentnern in MV (Stand 1. Juli 2025) beziehen 403.371 ausschließlich eine Einzelrente — mit einem durchschnittlichen Zahlbetrag von 1.307 Euro. Mehrfachrentner, die also sowohl eigene als auch abgeleitete Renten beziehen, erhalten im Schnitt 2.073 Euro. Der Anteil der ausschließlich geringfügig Beschäftigten im Alter von 60 Jahren und älter liegt in MV bei 5,3 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung — leicht unter dem Bundesschnitt von 6,5 Prozent.
Auf die Frage, ob die Bundesregierung ein überdurchschnittliches Armutsgefährdungsrisiko in MV sieht und welche Maßnahmen sie ergreift, antwortet sie: Bundeslandspezifische Maßnahmen gegen Altersarmut sind seitens der Bundesregierung grundsätzlich nicht vorgesehen. Der beste Schutz gegen Altersarmut seien durchgehende Erwerbsbiografien, gute Löhne und die gesetzliche Rentenversicherung. Damit grenzt sich die Bundesregierung von dem im Bundestag diskutierten Ansatz gezielter regionaler Förderung ab.
Die besondere Abhängigkeit Ostdeutschlands von der GRV ist dabei politisch relevant: Laut Alterssicherungsbericht 2024 entfallen in Ostdeutschland 79 Prozent aller Alterseinkommen auf GRV-Leistungen. Jede Absenkung des Rentenniveaus oder Erhöhung des Renteneintrittsalters träfe diese Region daher überproportional hart — ein Zusammenhang, den Die Linke in ihrer Anfrage betont. Zu Themen wie Arbeitsmarkt und sozialer Absicherung hat der Bundestag zuletzt mehrere Anfragen behandelt.
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Betroffen sind vor allem Rentnerinnen und Rentner in Mecklenburg-Vorpommern sowie in ganz Ostdeutschland. Frauen sind stärker von niedrigen Renten betroffen: Von den 158.869 Frauen in MV mit mindestens 40 Versicherungsjahren erhalten 93.635 eine Altersrente unter 1.446 Euro monatlich. Daneben sind Erwerbsminderungsrentner und Geringverdiener betroffen, die im Alter auf ergänzende Grundsicherung angewiesen sind.
Die Bundesregierung verweist bei mehreren Fragen (1, 2, 6, 7, 15) auf frühere Bundestagsdrucksachen und erklärt, dass länderspezifische Daten zu Alterssicherungsschichten und Armutsgefährdungsquoten nicht vorliegen. Die Frage nach bundeslandspezifischen Maßnahmen gegen Altersarmut weist die Bundesregierung grundsätzlich zurück.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Altersarmut in Mecklenburg-Vorpommern: 19 Fragen zur Rentensituation →
- GRV
- Gesetzliche Rentenversicherung — das staatliche Pflichtrentensystem in Deutschland, aus dem Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten gezahlt werden.
- Grundsicherung im Alter
- Sozialleistung nach dem 4. Kapitel SGB XII für Menschen ab Regelaltersgrenze, deren eigene Einkommen (z.B. Rente) nicht den Lebensunterhalt sichern.
- Armutsrisikoquote (ARQ)
- Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens; gilt als statistische Maßgröße für Einkommensungleichheit, nicht für individuelle Bedürftigkeit.
Wie hoch ist die durchschnittliche Altersrente in MV?
Im Rentenbestand 2025 lag der durchschnittliche Zahlbetrag bei Altersrenten für Männer bei 1.449 Euro und für Frauen bei 1.316 Euro pro Monat (Rentenzugang 2025: Männer 1.267 Euro, Frauen 1.248 Euro).
Wie viele Menschen erhalten in MV Grundsicherung im Alter?
Ende 2025 bezogen in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 24.180 Personen Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, davon 14.050 Männer und 10.125 Frauen.
Warum ist MV besonders von Altersarmut betroffen?
Laut Alterssicherungsbericht 2024 entfallen 79 Prozent der Einkommen der über 65-Jährigen in Ostdeutschland auf GRV-Leistungen. Das Verhältnis von Pflichtversicherten zu Rentnern in MV beträgt nur 1,19 — der niedrigste Wert aller Bundesländer.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7379 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































