- 18 Mio. Euro deutsche Förderung für kanadischen Equality Fund zugesagt
- Bundesregierung hat keine vollständige Liste der 1.500+ Förderempfänger
- Overhead-Kosten vertraglich auf maximal 12 Prozent begrenzt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7310 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gab am 19. Mai 2026 auf der internationalen Global Partnerships Conference in London bekannt, Deutschland werde 18 Mio. Euro in den Equality Fund investieren. Der Equality Fund ist eine 2019 gegründete kanadische Nichtregierungsorganisation, die mit einer staatlichen Anschubfinanzierung von 300 Mio. Kanadischen Dollar durch die kanadische Bundesregierung ins Leben gerufen wurde. Großbritannien steuerte 2022 weitere 33 Mio. Britische Pfund bei. Der Fonds unterstützt nach eigenen Angaben zivilgesellschaftliche Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika und hat in den letzten fünf Jahren über 1.500 Organisationen gefördert. Die Förderung erfolgt nach dem sogenannten Blended Finance-Modell, das öffentliche Mittel mit Privatkapital verbindet.
- 18 Mio. Euro — Gesamtzusage Deutschlands an den Equality Fund, angekündigt im Mai 2026
- 9 Mio. Euro — tatsächliche Zuwendung des BMZ im Jahr 2025 (erstes Förderjahr)
- 300 Mio. CAD — staatliche Anschubfinanzierung durch Kanada bei Gründung des Fonds 2019
- 33 Mio. GBP — Beitrag Großbritanniens zum Equality Fund im Jahr 2022
- max. 12 % — vertraglich festgelegte Obergrenze für Management- und Overhead-Kosten
Im Detail
Die politischen Grundprinzipien der Bundesregierung von Menschenrechtsschutz, Gleichstellung der Geschlechter sowie der Überwindung von Mehrfachdiskriminierung sind mit den Zielen und der Arbeit des Equality Fund vereinbar.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7310, Antwort zu Frage 12
Deutschland stellt dem kanadischen Equality Fund insgesamt 18 Mio. Euro zur Verfügung. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert den Fonds seit 2025; im ersten Jahr flossen 9 Mio. Euro. Die Gesamtzusage von 18 Mio. Euro wurde am 19. Mai 2026 auf der Global Partnerships Conference in London öffentlich bekannt gegeben. Die Bundesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/6718) in der Drucksache 21/7310 vom 23. Juli 2026 mit 20 Antworten Auskunft über Förderstruktur, Kontrolle und Ziele gegeben.
Was ist der Equality Fund?
Der Equality Fund ist eine 2019 gegründete internationale Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Kanada. Die kanadische Bundesregierung legte den Grundstein mit einer Anschubfinanzierung von 300 Mio. Kanadischen Dollar. Großbritannien steuerte 2022 weitere 33 Mio. Britische Pfund bei. Der Fonds arbeitet nach dem sogenannten Blended Finance-Modell: Öffentliche Mittel werden mit Privatkapital und Investitionserlösen aus Unternehmensbeteiligungen kombiniert. Ziel ist die Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika, die sich für Geschlechtergleichstellung einsetzen. Laut Bundesregierung hat der Fonds in den vergangenen fünf Jahren über 1.500 Organisationen und Bewegungen unterstützt.
Equality Fund: Wie kontrolliert Deutschland die Mittel?
Die Zusammenarbeit basiert auf einer Fördervereinbarung vom 20. November 2025. Die Mittel sind zweckgebunden und dürfen ausschließlich für den in der Vereinbarung definierten Zweck verwendet werden. Der Equality Fund ist verpflichtet, der Bundesregierung jährlich einen Sachbericht sowie eine Finanzaufstellung über alle getätigten Ausgaben vorzulegen. Der Bundesrechnungshof hat nach der Bundeshaushaltsordnung das Recht, die Verwendung der Bundesmittel zu prüfen. Bei nicht zweckgemäßer Verwendung können Zuwendungen teilweise oder vollständig zurückgefordert werden. Management- und Overhead-Kosten sind vertraglich auf maximal 12 Prozent der direkten Programmkosten begrenzt.
Auf die Frage, ob der Bundesregierung eine vollständige Liste aller Förderempfänger vorliegt, antwortete das BMZ schlicht: Nein. Der Equality Fund veröffentlicht nach eigener Praxis nicht alle unterstützten Organisationen. Die Bundesregierung akzeptiert dies mit dem Hinweis, dass die Offenlegung in bestimmten Fällen ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die betroffenen Personen vor Ort darstellen könnte. Die Entscheidung über die Veröffentlichung liege beim Equality Fund selbst.
Was gilt aktuell bei der Projektauswahl?
Der Fonds wählt die zu fördernden Projekte eigenständig aus. Deutschland macht keine Vorgaben zu einzelnen Projekten oder Ländern; die Zuwendung erfolgt laut Bundesregierung projektübergreifend. Explizit ausgeschlossen sind lediglich Förderungen im Bereich Sanktionen und Terrorismusfinanzierung sowie Zahlungen an Organisationen oder Personen auf der Sanktionsliste des UN-Sicherheitsrats oder unter EU-Sanktionen. Auf die Frage, ob konkrete Projekttypen — etwa Advocacy für reproduktive Rechte oder trans-geführte Organisationen — aus deutschen Mitteln finanziert werden, antwortete die Bundesregierung, die Projektauswahl obliege dem Equality Fund im Rahmen des Ziels der Geschlechtergleichstellung.
Die Bundesregierung bezeichnete die Förderung als vereinbar mit ihren eigenen politischen Grundsätzen: Menschenrechtsschutz, Gleichstellung der Geschlechter und die Überwindung von Mehrfachdiskriminierung stünden im Einklang mit den Zielen des Fonds. Die Anfrage thematisierte auch, ob die Unterstützung von Abtreibungs-Advocacy in Drittländern mit dem völkerrechtlichen Souveränitätsprinzip vereinbar sei. Die Bundesregierung verwies darauf, die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich für den Schutz der Gesundheit und der Rechte von Frauen einsetzen, knüpfe an menschenrechtliche Verpflichtungen an.
Blended Finance als entwicklungspolitisches Instrument
Der Equality Fund ist laut Bundesregierung das einzige Instrument, das sie derzeit im Bereich Blended Finance mit zivilgesellschaftlichem Fokus fördert — auf die entsprechende Frage nach vergleichbaren weiteren Fonds lautete die Antwort: „Keine.“ Die Bundesregierung betrachtet Blended Finance grundsätzlich als wichtiges Instrument zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele und begegnet Wirksamkeitseinwänden durch Qualitätsstandards, OECD-DAC-Kriterien und laufende Evaluierungen. Für den nationalen Nutzen verweist sie auf Studien, wonach die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen die Produktivität steigere, Armut verringere und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke.
Weiterführende Informationen zu Entwicklungen in der deutschen Außenpolitik finden sich im Bericht Türkei-Menschenrechte: 18 Fragen an die Bundesregierung. Zur Debatte um die Transparenz staatlicher Förderungen lohnt sich auch ein Blick auf Long-COVID-Forschung: 50 Mio. Euro jährlich für Nationale Dekade.
Weiterlesen:
- Türkei-Menschenrechte: 18 Fragen an die Bundesregierung
- Biomethanerzeugung in Deutschland — Potenziale und Perspektiven
- Bundestag 03.08.2026: Die wichtigsten Drucksachen
Direkt betroffen sind zivilgesellschaftliche Frauenrechtsorganisationen in Entwicklungsländern, die über den Equality Fund Fördermittel erhalten. Indirekt betroffen sind deutsche Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, da öffentliche Haushaltsmittel des BMZ eingesetzt werden. Die Anfrage thematisiert außerdem Organisationen, die in Ländern tätig sind, in denen bestimmte Aktivitäten rechtlich sensibel oder eingeschränkt sind.
Bei mehreren Fragen verweist die Bundesregierung auf öffentlich zugängliche Informationen des Equality Fund oder auf vorangegangene Antworten, ohne eigene detaillierte Informationen zu liefern. Zur konkreten Liste der Förderempfänger (Frage 7) verweist sie auf die Antwort zu Frage 5b, wonach ihr keine vollständige Liste vorliegt. Fragen zu spezifischen Projekttypen (10a–10d) werden ohne inhaltliche Differenzierung gemeinsam beantwortet.
Berlin, 22. Juli 2026. Wir als AfD-Bundestagsfraktion fordern ein Ende der Förderung von Nichtregierungsorganisationen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und setzen uns stattdessen für die Einrichtung eines „Heimatfonds“ ein, der Traditionshandwerk und duale Ausbildung in Hochtechnologieberufen gezielt stärkt. Das BMAS verteilt derzeit Steuergelder an einen linksorientierten NGO-Komplex, der… …
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Equality Fund: 18 Mio. Euro BMZ-Förderung unter parlamentarischer Prüfung →
- Blended Finance
- Finanzierungsmodell, das öffentliche Mittel mit privatem Kapital kombiniert, um entwicklungspolitische Projekte zu finanzieren und privates Kapital für Entwicklungszwecke zu mobilisieren.
- Fördervereinbarung
- Vertragliche Grundlage zwischen Zuwendungsgeber (hier: BMZ) und Zuwendungsempfänger (hier: Equality Fund), die Zweck, Berichtspflichten und Prüfrechte regelt.
- Additionalitätsproblem
- Das Additionalitätsproblem bezeichnet die Schwierigkeit nachzuweisen, ob ein gefördertes Ergebnis auch ohne die öffentliche Förderung eingetreten wäre.
Seit wann und wie viel fördert Deutschland den Equality Fund?
Das BMZ fördert den Equality Fund seit 2025. Im Jahr 2025 betrug die Zuwendung 9 Mio. Euro; im Mai 2026 wurde eine Gesamtzusage von 18 Mio. Euro bekanntgegeben.
Kontrolliert der Bundesrechnungshof die Mittel?
Ja, der Bundesrechnungshof ist nach Bundeshaushaltsordnung berechtigt, die Verwendung der Bundesmittel zu prüfen. Der Equality Fund muss zudem jährlich Berichte über die Mittelverwendung vorlegen.
Warum nennt der Equality Fund nicht alle Förderempfänger?
Die Bundesregierung erklärt, die öffentliche Nennung einzelner Organisationen könne in manchen Ländern ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die betroffenen Personen darstellen. Die Entscheidung obliegt dem Equality Fund.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7310 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































