- NDICI – Global Europe umfasst 79,5 Mrd. Euro für 2021 bis 2027
- Team-Europe-Ansatz koordiniert EU-Entwicklungshilfe seit 2020
- Bundestag fragt nach Kosten, Kontrolle und parlamentarischen Rechten
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7274 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Team-Europe-Ansatz wurde 2020 von der Europäischen Kommission eingeführt, um die Entwicklungszusammenarbeit europäischer Akteure besser zu koordinieren. Das zentrale Finanzierungsinstrument NDICI – Global Europe stellt für den Zeitraum 2021 bis 2027 insgesamt 79,5 Mrd. Euro bereit. Deutschland beteiligt sich nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in allen Partnerländern an der gemeinsamen europäischen Programmplanung, dem sogenannten Joint Programming. Im Zuge dieser Neuausrichtung können nationale deutsche Länderstrategien durch gemeinsame europäische Strategien ergänzt oder ersetzt werden.
- 79,5 Mrd. Euro — Gesamtvolumen des EU-Finanzierungsinstruments NDICI – Global Europe für den Zeitraum 2021 bis 2027.
- 2020 — Jahr der Einführung des Team-Europe-Ansatzes zur Koordination europäischer Entwicklungspolitik.
- 21 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Finanzen, Strukturen und Kontrollmechanismen des Team-Europe-Ansatzes.
Im Detail
„Deutschland beteilige sich hierbei in allen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an der gemeinsamen Programmplanung; nationale Länderstrategien würden nach Möglichkeit durch gemeinsame europäische Strategien ergänzt oder ersetzt.“
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7274
Die EU und ihre Mitgliedstaaten stellen gemeinsam den weltweit größten Block öffentlicher Entwicklungsfinanzierung. Seit 2020 bündeln sie ihre Aktivitäten unter dem Dach des Team-Europe-Ansatzes — einem Koordinierungsrahmen, der die Europäische Kommission, nationale Regierungen und europäische Finanzinstitutionen in gemeinsamen Initiativen zusammenführt. Das zentrale Finanzierungsinstrument dafür ist NDICI – Global Europe mit einem Budget von 79,5 Mrd. Euro für die Jahre 2021 bis 2027. Die AfD-Fraktion hat mit BT-Drs. 21/7274 vom 22. Juli 2026 nun 21 Fragen an die Bundesregierung gestellt, die Transparenz, Finanzen und demokratische Kontrolle in den Mittelpunkt rücken.
Team-Europe-Initiativen: Was dahintersteckt
Im Rahmen von Team-Europe-Initiativen (TEIs) werden Maßnahmen verschiedener europäischer Akteure thematisch gebündelt. Ziel ist es, die Wirksamkeit und die Sichtbarkeit europäischer Entwicklungszusammenarbeit gegenüber Drittstaaten zu erhöhen. Deutschland beteiligt sich nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in allen Partnerländern seiner Entwicklungszusammenarbeit an der gemeinsamen europäischen Programmplanung, dem sogenannten Joint Programming. Nationale Länderstrategien können dabei durch gemeinsame europäische Strategien ergänzt oder sogar ersetzt werden. Damit verschiebt sich ein Teil der entwicklungspolitischen Steuerung von der nationalen auf die europäische Ebene — mit entsprechenden Fragen nach Kontrollmöglichkeiten des Deutschen Bundestages.
Was gilt aktuell?
Derzeit laufen Team-Europe-Initiativen in zahlreichen Partnerstaaten und Regionen, an denen Deutschland beteiligt ist. Die Finanzierung erfolgt aus einem Mix von EU-Mitteln — vor allem aus NDICI – Global Europe — sowie aus nationalen Haushaltsmitteln. Welcher Anteil davon unmittelbar aus dem Bundeshaushalt stammt, ist eine der zentralen offenen Fragen. Neben klassischen staatlichen Akteuren sind auch Nichtregierungsorganisationen, politische Stiftungen, kirchliche Träger und privatwirtschaftliche Unternehmen als Umsetzungspartner in diese Initiativen eingebunden. Die Anfrage erkundigt sich auch danach, welche Vergabe- und Transparenzregeln bei der Auswahl dieser Partner gelten.
21 Fragen zu Kontrolle und Kosten
Die Kleine Anfrage deckt ein breites Themenspektrum ab. Neben den finanziellen Verpflichtungen Deutschlands seit 2020 und der Beteiligung einzelner Bundesbehörden und -gesellschaften fragt die Anfrage nach den Evaluierungen und Wirkungsanalysen, die der Bundesregierung bislang vorliegen. Besonderes Gewicht legen die Fragesteller auf die Frage, ob und wie der Bundestag Mitwirkungs-, Informations- und Kontrollrechte bei der Planung und Umsetzung der Initiativen hat. Auch die Rolle der EU-Strategie Global Gateway — Europas Antwort auf die chinesische Belt-and-Road-Initiative — bei der Priorisierung von Team-Europe-Initiativen wird hinterfragt. Darüber hinaus interessiert die Fragesteller, in welchem Umfang Klimapolitik, Migration, Digitalisierung und Geschlechtergleichstellung als Themenfelder aus diesen Mitteln finanziert werden.
Eine weitere Frage betrifft die geopolitische Dimension: Angesichts veränderter internationaler Rahmenbedingungen und rückläufiger Beiträge anderer Geberstaaten will die Anfrage wissen, welche Auswirkungen dies auf Umfang und strategische Ausrichtung von Team Europe hat. Zum Abschluss fragt die Drucksache, welche Maßnahmen die Bundesregierung plant, um Transparenz und parlamentarische Nachvollziehbarkeit künftig zu stärken.
Ähnliche Fragen zu parlamentarischer Kontrolle und Transparenz staatlicher Ausgaben beschäftigen den Bundestag auch in anderen Bereichen — etwa beim Zukunftszentrum Halle, dessen Kosten auf 277 Mio. Euro gestiegen sind, oder bei den Grenzurückweisungen, zu denen 24 Fragen zur Rechtmäßigkeit gestellt wurden. Auch Anfragen zu deutschen Ermittlungsverfahren im Bereich Kriegsverbrechen zeigen das parlamentarische Instrument der Kleinen Anfrage in ähnlicher Funktion.
Weiterlesen:
- Grenzurückweisungen 2026: 24 Fragen zur Rechtmäßigkeit der Asylpolitik
- Zukunftszentrum Halle: Kosten steigen auf 277 Mio. Euro
- Kriegsverbrechen Jugoslawien: 17 Fragen zu deutschen Ermittlungen
Unmittelbar betroffen sind der deutsche Bundeshaushalt und die Steuerzahler, da ein Teil der Team-Europe-Mittel aus nationalen Haushaltsmitteln stammt. Mittelbar betroffen sind Empfängerländer in Entwicklungsregionen weltweit sowie Organisationen — von Nichtregierungsorganisationen über politische Stiftungen bis hin zu privatwirtschaftlichen Akteuren —, die als Umsetzungspartner in Team-Europe-Initiativen tätig sind.
Berlin, 14. Juli 2026. Zur Finanzierung von 50.000 Kampfdrohnen für die Ukraine erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Gerold Otten, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss: „Während unsere Bundeswehr eklatante Mängel aufweist, pumpt die Bundesregierung weitere 90 Millionen Euro in den Ukraine-Krieg. Die Finanzierung von 50.000 Kampfdrohnen mit automatischer Zielverfolgung ist einer der größten Waffenkäufe… …
Berlin, 10. Juli 2026. Zu den Auswirkungen der aktuellen Änderungen bei den Lieferkettenvorgaben auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Entwicklungsstaaten erklärt der entwicklungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rocco Kever: „Die Diskussion um das Lieferkettengesetz zeigt, dass Deutschland bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungsstaaten einen neuen Kurs braucht. Weder überzogene Regulierung noch einseitige… …
Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7274 wurde am 22. Juli 2026 eingereicht. Die Bundesregierung hat eine gesetzliche Antwortfrist von 21 Tagen, die Antwort ist damit bis zum 12. August 2026 fällig. Nach Eingang der Antwort kann die Drucksache als beantwortet geschlossen werden.
- Team-Europe-Initiative (TEI)
- Ein koordiniertes Bündel von Maßnahmen europäischer Akteure (EU-Kommission, Mitgliedstaaten, Finanzinstitutionen) in einem bestimmten Themenbereich der Entwicklungszusammenarbeit.
- NDICI – Global Europe
- Das zentrale EU-Finanzierungsinstrument für Außen- und Entwicklungspolitik mit einem Budget von 79,5 Mrd. Euro für 2021 bis 2027.
- Joint Programming
- Gemeinsame europäische Programmplanung, bei der EU-Mitgliedstaaten ihre Entwicklungsstrategien für einzelne Partnerländer aufeinander abstimmen oder zusammenführen.
Was ist der Team-Europe-Ansatz?
Der 2020 eingeführte Team-Europe-Ansatz koordiniert die Entwicklungszusammenarbeit der EU-Kommission, der Mitgliedstaaten und europäischer Finanzinstitutionen. Maßnahmen werden in sogenannten Team-Europe-Initiativen gebündelt, um Wirksamkeit und Sichtbarkeit zu erhöhen.
Wie viel Geld umfasst das EU-Finanzierungsinstrument NDICI?
Das Instrument NDICI – Global Europe umfasst für den Zeitraum 2021 bis 2027 Mittel in Höhe von 79,5 Mrd. Euro und dient unter anderem der Förderung nachhaltiger Entwicklung und der Umsetzung der Strategie Global Gateway.
Welche Kontrollrechte hat der Bundestag bei Team-Europe-Initiativen?
Die Frage nach den Mitwirkungs-, Informations- und Kontrollrechten des Bundestages ist Teil der Kleinen Anfrage. Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7274 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































