- BMWE gibt 553.434 Euro für Publikationen im Jahr 2025 aus
- Nationaler Veteranentag kostete über 4 Mio. Euro
- Influencer-Werbung für Broschüren fand laut Regierung nicht statt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8019 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die AfD-Fraktion erfragt seit mehreren Wahlperioden systematisch die Ausgaben der Bundesregierung für Öffentlichkeitsarbeit. Frühere Antworten (BT-Drs. 20/12993 und 21/1338) hatten ergeben, dass die Bundesministerien von 2020 bis 2023 insgesamt rund 23,5 Mio. Euro für Broschüren ausgaben. Für das erste Halbjahr 2024 wurden rund 2,3 Mio. Euro gemeldet. Für Veranstaltungen 2024 wurden rund 24 Mio. Euro, für Podcasts und Videos über 6 Mio. Euro angegeben. Die aktuelle Anfrage (BT-Drs. 21/7771) richtet sich auf das Gesamtjahr 2025.
- 553.434 Euro — Gesamtausgaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) für Publikationen im Jahr 2025.
- 4.030.078 Euro — Kosten des 1. Nationalen Veteranentags am 15. Juni 2025 (BMVg).
- 1.329.057 Euro — Erstellungskosten des BSI-Berichts zur IT-Sicherheit 2025 (BMI).
- 410.222 Euro — Kosten für den BMAS-Ratgeber Leichte Sprache (140.000 Exemplare, Mai 2025).
- 1.230.033 Euro — Kosten der Bundesregierung für das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit (BPA-Anteil).
Im Detail
Die vorliegende Antwort beschränkt sich daher auf die innerhalb der verfügbaren Zeit ermittelbaren Informationen und erhebt ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
— Vorbemerkung der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8019
Wie viel gibt die Bundesregierung für Broschüren, Veranstaltungen und Videos aus? Auf diese Frage liefert die Bundestagsdrucksache 21/8019 vom 14. September 2026 detaillierte Zahlen. Die Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7771) umfasst 114 Seiten mit Tabellen zu allen Bundesministerien — und dokumentiert ein breites Spektrum staatlicher Öffentlichkeitsarbeit mit Millionenbeträgen.
Öffentlichkeitsausgaben 2025: Broschüren und Publikationen
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) weist als einziges Ressort eine Gesamtsumme für Publikationen aus: 553.434 Euro für das Jahr 2025. Darunter fallen unter anderem der monatliche Newsletter „Energiewende direkt“ (117.012 Euro), die „Schlaglichter der Wirtschaftspolitik“ (73.564 Euro) sowie der Jahreswirtschaftsbericht 2025. Das Bundesministerium des Innern (BMI) gibt für den „Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025“ allein 1.329.057 Euro an Erstellungskosten an — die höchste Einzelsumme im Publikationsbereich. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ließ den Ratgeber Pflege in einer Auflage von 115.000 Exemplaren für 68.504 Euro drucken und die „Pflegeleistungen zum Nachschlagen“ in 125.000 Exemplaren für 74.357 Euro.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte im Mai 2025 einen Ratgeber zur Leichten Sprache in einer Auflage von 140.000 Exemplaren für 410.222 Euro. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) produzierte seine Magazinreihe „forschungsfelder“ in zwei Ausgaben mit zusammen rund 382.000 Exemplaren für insgesamt etwa 402.000 Euro. Zahlreiche Publikationen wurden indes kostenneutral über Hausdruckereien der Ministerien produziert oder als reine Online-Dokumente veröffentlicht.
Veranstaltungen: Veteranentag als teuerster Einzelposten
Bei den Veranstaltungskosten dominiert der 1. Nationale Veteranentag am 15. Juni 2025: Das Bundesministerium der Verteidigung weist dafür 4.030.078 Euro aus. Die Veranstaltung wurde im Auftrag des Deutschen Bundestages ausgerichtet. Für den Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 23. und 24. August 2025 meldeten die Ministerien zusammen mehrere Millionen Euro — allein das Presse- und Informationsamt (BPA) gibt 887.971 Euro für den allgemeinen Teil und 603.273 Euro für den BKAmt-Teil an. Das BMAS listete für den Tag der offenen Tür 510.185 Euro, das BMWE 407.554 Euro. Das Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken kostete das BPA weitere 1.230.033 Euro.
Der Digitalgipfel „Summit on European Digital Sovereignty“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) schlug im November 2025 mit 1.229.155 Euro zu Buche. Moderiert wurde er von den Personen von Busse und Pankow. Einzelne Moderatorenhonorare nennt die Bundesregierung mit Verweis auf den Schutz von Geschäftsgeheimnissen nicht.
Videos und Podcasts: Glasfaser-Kampagne führt
Das BMDS wendete für seine Glasfaser-Kampagne „Das beste Internet“ mit drei Videos 238.000 Euro auf. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) produzierte sechs Videos zu Bundesfernstraßen für 147.254 Euro sowie vier Mitarbeitendenfilmporträts für 204.647 Euro. Das BPA zahlte für Videogrußworte des Bundeskanzlers — 16 Aufnahmetermine im Jahr 2025 — insgesamt 143.161 Euro.
Das Auswärtige Amt bewarb seinen Podcast „Vom Posten“ per YouTube-Boosting und gab dafür sowie für Animationsvideos zur Reihe „Einfach Außenpolitik“ zusammen über 190.000 Euro aus. Eine Bewerbung durch Influencer oder YouTuber hat nach Angaben der Bundesregierung bei keinem Ministerium stattgefunden.
Einschränkungen der Antwort
Die Bundesregierung weist in ihrer Vorbemerkung ausdrücklich darauf hin, dass die Antwort keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Einige Aufwendungen seien in Rahmenverträgen pauschal enthalten und könnten nicht gesondert ausgewiesen werden. Ressortübergreifende Abfragen im nachgeordneten Geschäftsbereich hätten innerhalb der kurzen Frist nicht durchgeführt werden können. Auslandsöffentlichkeitsarbeit ist in den Angaben nicht erfasst. Die umfangreichen Detaildaten der neun Anlagen sind auf der Internetseite des Deutschen Bundestages zur Drucksache 21/8019 abrufbar.
Die Drucksache setzt eine Reihe von Anfragen zur staatlichen Öffentlichkeitsarbeit fort. Frühere Erhebungen hatten ergeben, dass die Bundesministerien von 2020 bis 2023 rund 23,5 Millionen Euro für Broschüren aufwendeten. Für das Jahr 2024 lagen die Gesamtausgaben für Veranstaltungen bei rund 24 Millionen Euro und für Podcasts und Videos bei über 6 Millionen Euro — Vergleichszahlen für 2025 lassen sich wegen der unvollständigen Angaben nicht abschließend berechnen. Mehr zum parlamentarischen Haushaltskontrollinstrument erklärt der Beitrag Begriff erklärt: Haushaltsnotwendigkeit.
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Betroffen sind alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die die Öffentlichkeitsarbeit des Bundes finanzieren. Darüber hinaus sind Medienschaffende, Verlage und Veranstaltungsagenturen betroffen, die Aufträge der Bundesministerien erhalten.
Für mehrere Fragen verweist die Bundesregierung pauschal auf die beigefügten Anlagen. Einzelne Moderatorenhonorare werden mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse nicht genannt. Bei einigen Ministerien fehlen Angaben wegen Zeitdrucks oder weil Kosten nicht einzeln zuordenbar sind.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Regierungs-PR 2025: AfD fragt Kosten für Broschüren und Videos →
- Öffentlichkeitsmaßnahmen der Bundesregierung
- Halbjährlicher Bericht des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung (BPA), der Broschüren, Veranstaltungen sowie Podcasts und Videos der Ministerien dokumentiert.
- DOOH
- Digital Out-of-Home: digitale Außenwerbung auf Bildschirmen im öffentlichen Raum, z. B. an Bahnhöfen oder Einkaufszentren.
- Geschäftsgeheimnis (Moderatorenhonorar)
- Die Bundesregierung nennt Einzelhonorare für Moderatoren nicht, um vertragliche Vereinbarungen mit Dritten zu schützen.
Hat die Bundesregierung Influencer für Broschüren engagiert?
Nein. Laut Drucksache 21/8019 fand eine Bewerbung durch YouTuber beziehungsweise Influencer nicht statt.
Wie viel kostete der Nationale Veteranentag 2025?
Der 1. Nationale Veteranentag am 15. Juni 2025 kostete laut Anlage 4 der Drucksache 4.030.078 Euro.
Sind die Angaben vollständig?
Nein. Die Bundesregierung erklärt ausdrücklich, dass die Antwort keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, da ressortübergreifende Abfragen innerhalb der kurzen Frist nicht möglich waren.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8019 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































