Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8079 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
- 91 Prozent der E-Auto-Prämien fließen in reine Batterieelektrofahrzeuge
- VW-Konzern erhält größten Anteil aller Förderbewilligungen
- Im 1. Halbjahr 2026 kein chinesisches Modell unter den 20 meistverkauften E-Autos
Hintergrund
Zum 1. Januar 2026 hat die Bundesregierung eine neue Kaufprämie für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride eingeführt, finanziert aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Das BAFA veröffentlicht monatlich Statistiken zu den Bewilligungen. Im Segment der Plug-in-Hybride entfällt nach BAFA-Daten annähernd ein Drittel der bewilligten Prämien auf chinesische Hersteller, wobei BYD dort vor Volkswagen liegt. Die EU hat im Jahr 2025 ein Automobilpaket (Automotive Package) vorgestellt, das die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Autoindustrie stärken soll; eine EU-weite Kaufprämie ist darin nicht vorgesehen. Seit dem vierten Quartal 2024 erhebt die EU zudem Ausgleichszölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China.
- 91 % — Der weit überwiegende Teil der bewilligten E-Auto-Prämien entfällt auf reine Batterieelektrofahrzeuge (BEV).
- 87 % — Im BEV-Segment gehen 87 Prozent der Prämien an Hersteller mit Sitz außerhalb Chinas.
- ca. 1/3 — Im Plug-in-Hybrid-Segment entfällt annähernd ein Drittel der bewilligten Prämien auf chinesische Hersteller (BAFA-Daten).
- 0 Modelle — Im 1. Halbjahr 2026 befand sich unter den 20 am häufigsten neu zugelassenen reinen Elektroautos in Deutschland laut Kraftfahrtbundesamt kein einziges Modell eines chinesischen Herstellers.
- 60 % — Bei den 20 am häufigsten geförderten Modellen stammen noch rund 60 Prozent aus europäischer Produktion.
Im Detail
Zuwendungsempfänger der Förderung sind deutsche Privathaushalte. Die Auswahl des Fahrzeugmodells im Rahmen der Förderfähigkeit liegt bei den Autokäufern, nicht bei der Bundesregierung.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8079, S. 3
Seit dem 1. Januar 2026 fördert der Bund den Kauf von Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden über den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Die Bundesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7768) nun Stellung genommen, wer von der E-Auto-Prämie 2026 tatsächlich profitiert und ob chinesische Hersteller davon überproportional begünstigt werden. Das Ergebnis laut Drucksache 21/8079 vom 21. September 2026: Im BEV-Segment fließen 87 Prozent der Prämien an Hersteller außerhalb Chinas, den größten Anteil erhält der Volkswagen-Konzern.
E-Auto-Prämie 2026: Wer bekommt das Geld?
Die Bundesregierung betont in ihrer Antwort, dass Zuwendungsempfänger der Förderung ausschließlich Privathaushalte in Deutschland sind. Ausländische Unternehmen werden nicht direkt gefördert. Die Entscheidung, welches Fahrzeugmodell gekauft wird, liegt bei den Autokäuferinnen und Autokäufern selbst. Von allen bewilligten Prämien entfallen 91 Prozent auf reine Batterieelektrofahrzeuge (BEV). In diesem Segment gehen 87 Prozent der Mittel an Hersteller, die ihren Sitz außerhalb Chinas haben. Den größten Einzelanteil am gesamten Fördervolumen hält der Volkswagen-Konzern.
Im Segment der Plug-in-Hybride (PHEV) sieht das Bild anders aus: Hier entfällt laut Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) annähernd ein Drittel der bewilligten Prämien auf chinesische Hersteller, wobei BYD dort noch vor Volkswagen liegt. Bei den 20 am häufigsten geförderten Modellen stammen noch rund 60 Prozent aus europäischer Produktion. Dennoch stellt die Bundesregierung klar, dass der Zuwachs bei Neuzulassungen von PHEV chinesischer Hersteller nicht mit der staatlichen Förderung in Zusammenhang stehe, weil die Anzahl geförderter PHEV insgesamt gering sei.
Kein chinesisches Modell unter den Top 20 der Neuzulassungen
Ein zentrales Argument der Bundesregierung gegen die These eines massiven Wettbewerbsvorteils für chinesische Hersteller durch die E-Auto-Prämie 2026: Laut Kraftfahrtbundesamt befand sich im ersten Halbjahr 2026 unter den 20 am häufigsten neu zugelassenen reinen Elektroautos in Deutschland kein einziges Modell eines chinesischen Herstellers. Zudem liege der Marktanteil chinesischer Hersteller in Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt. Die von den Fragestellern der AfD-Fraktion hergestellte Kausalität zwischen den seit dem vierten Quartal 2024 geltenden EU-Ausgleichszöllen auf chinesische BEV und der Marktanteilsentwicklung weist die Bundesregierung als nicht durch die zitierten Quellen belegbar zurück.
Tageszulassungen und Missbrauch: Was gilt aktuell?
Die geltende Förderrichtlinie des Bundesumweltministeriums lässt nur erstmals im Inland zugelassene elektrisch betriebene Fahrzeuge der Klasse M1 zu, die zuvor weder in Deutschland noch andernorts zugelassen waren. Fahrzeuge mit EU-Tageszulassung sind damit ausdrücklich nicht förderfähig. Das BAFA gleicht Anträge mit dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrtbundesamts ab. Betrugsverdachtsfälle liegen dem BAFA nach Angaben der Bundesregierung nicht vor. Die AfD-Fraktion hatte zudem gefragt, ob Fahrzeuge auf einkommensschwächere Familienangehörige zugelassen werden könnten, um die Prämie zu erschleichen — auch hier verneint die Bundesregierung konkrete Verdachtsfälle.
Local-Content-Kriterien: Abstimmung läuft noch
Ob die E-Auto-Prämie 2026 künftig an Produktionsstandorte in der EU geknüpft wird, ist noch offen. Die Aufnahme von Local-Content-Kriterien und EU-Präferenzregelungen in das laufende Programm ist laut Bundesregierung Gegenstand interner Abstimmungen. Auf EU-Ebene beraten die Mitgliedstaaten derzeit über den Industrial Accelerator Act (IAA), in dessen Rahmen solche Anforderungen festgelegt werden könnten. Die Bundesregierung erklärt, sich in diesen Prozess einzubringen. Auf die Fragen 8 bis 12 — etwa zu Auswirkungen der Förderung auf Absatz, Produktion und Beschäftigung der deutschen Automobilindustrie — verweist die Regierung pauschal auf die Antworten zu den Fragen 3 und 4, ohne eigenständige Daten zu liefern.
Zur Entscheidung der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), ihren Fuhrpark nicht auf Elektro umzustellen, positioniert sich die Bundesregierung nicht — unternehmerische Einzelentscheidungen seien nicht kommentierbar. Zugleich betont sie, dass gewerbliche Fahrzeugflotten zur Erreichung der Klimaschutzziele zunehmend auf emissionsfreie Antriebe umgestellt werden müssen. Wer sich für die breiteren Fragen rund um staatliche Technologieförderung und Industriepolitik interessiert, findet bei KI-Chip in Dresden: Bundesregierung ohne Prüfverfahren ein weiteres Beispiel für die Debatte um strategische Investitionsentscheidungen des Staates.
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Direkt betroffen sind Privathaushalte in Deutschland, die ein förderfähiges Elektrofahrzeug oder einen Plug-in-Hybrid kaufen. Indirekt betroffen sind die deutsche und europäische Automobilindustrie sowie deren Beschäftigte, da die Förderpolitik Einfluss auf Absatz- und Marktanteile hat.
Bei den Fragen 8 bis 12 verweist die Bundesregierung pauschal auf die bereits gegebene Antwort zu den Fragen 3 und 4, ohne eigenständige Angaben zu Auswirkungen auf Absatz, Produktion oder Beschäftigung der deutschen Automobilindustrie zu machen. Bei Frage 1 bestreitet die Regierung die von den Fragestellern angenommene Kausalität, ohne die eigene Einschätzung mit Daten zu belegen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. E-Auto-Prämie: Profitieren chinesische Hersteller mehr? →
- BEV (Battery Electric Vehicle)
- Rein batterieelektrisches Fahrzeug ohne Verbrennungsmotor, das ausschließlich über eine Batterie angetrieben wird.
- Klima- und Transformationsfonds (KTF)
- Sondervermögen des Bundes, aus dem Investitionen in Klimaschutz und wirtschaftliche Transformation finanziert werden, darunter die E-Auto-Kaufprämie.
- Local-Content-Kriterien
- Anforderungen, die vorschreiben, dass ein bestimmter Anteil eines geförderten Produkts im Inland oder in der EU produziert worden sein muss.
Wer erhält die E-Auto-Prämie 2026?
Zuwendungsempfänger sind ausschließlich Privathaushalte in Deutschland. Ausländische Unternehmen werden laut Bundesregierung nicht gefördert.
Sind Fahrzeuge mit Tageszulassung förderfähig?
Nein. Förderfähig sind nur erstmals im Inland zugelassene Elektrofahrzeuge der Klasse M1, die zuvor weder in Deutschland noch andernorts zugelassen waren. Ein Datenabgleich mit dem Zentralen Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts stellt dies sicher.
Wie hoch ist der Anteil chinesischer Hersteller an der E-Auto-Förderung?
Im BEV-Segment entfallen laut Bundesregierung 87 Prozent der Prämien auf Hersteller außerhalb Chinas. Im Plug-in-Hybrid-Segment liegt der Anteil chinesischer Hersteller nach BAFA-Daten bei annähernd einem Drittel der bewilligten Prämien.


































































