- 36 Prozent der Studierenden gelten als armutsbetroffen
- BAföG erreicht nur noch unter 15 Prozent der Studierenden
- Zinssätze über 7 Prozent belasten KfW-Kreditnehmer
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7948 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der KfW-Studienkredit gehört neben dem BAföG zu den wichtigsten staatlich unterstützten Instrumenten der Studienfinanzierung in Deutschland. Mit dem allgemeinen Zinsanstieg seit 2022 haben sich auch die Konditionen des KfW-Studienkredits verschlechtert. Das BAföG deckt nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks nur noch einen Bruchteil der Studierenden ab. Parallel hat die Bundesregierung eine BAföG-Änderung im Kabinett verabschiedet, deren Auswirkungen auf die Zahl der Darlehensnehmenden und die Haushaltskosten die Anfrage beleuchten soll.
- 36 % — Anteil der als armutsbetroffen geltenden Studierenden laut Deutschem Studierendenwerk.
- unter 15 % — Anteil der Studierenden, die aktuell BAföG-Leistungen erhalten, laut Vorbemerkung der Fragesteller.
- über 7 % — Zinssatzschwelle, ab der Die Linke gezielt nach der Zahl betroffener KfW-Kreditnehmer fragt.
- 13 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Schulden, Zinsen und BAföG-Prognosen.
Im Detail
Die hohen Zinsen den KfW-Studienkredit jedoch immer unattraktiver und diesen für viele Studierende zur schlecht kalkulierbaren Kostenfalle.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7948
Die finanzielle Lage vieler Studierender in Deutschland steht im Mittelpunkt einer Kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke (BT-Drs. 21/7948 vom 9. September 2026). Die Abgeordneten um Heidi Reichinnek und Sören Pellmann wollen von der Bundesregierung detaillierte Daten zur Schulden- und Zinslast von KfW-Studienkreditnehmenden und BAföG-Darlehensnehmenden erhalten. Hintergrund ist ein strukturelles Problem bei der Studienfinanzierung: Das BAföG erreicht nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks inzwischen weniger als 15 Prozent der Studierenden, während gleichzeitig 36 Prozent als armutsbetroffen gelten.
KfW-Studienkredit unter Druck
Der KfW-Studienkredit hat sich in den vergangenen Jahren für viele Studierende zur wichtigen Einnahmequelle entwickelt, um Lebenshaltungskosten und Studiumsgebühren zu decken. Mit dem allgemeinen Zinsanstieg ab 2022 haben sich jedoch die Konditionen dieses Instruments erheblich verändert. Die Fraktion Die Linke fragt konkret nach der Zahl der Kreditnehmenden in den einzelnen Phasen – Auszahlung, Karenz und Rückzahlung –, nach der Zahl notleidender Darlehen sowie nach den Zinssätzen, denen Kreditnehmer aktuell unterliegen. Besonderes Augenmerk legt die Anfrage auf Kreditnehmer, die Zinssätze von über 5 Prozent oder sogar über 7 Prozent zahlen müssen – sowohl bei Festzins- als auch bei Variableverzinsungsverträgen.
Was gilt aktuell beim KfW-Studienkredit?
Der KfW-Studienkredit ermöglicht monatliche Auszahlungen zwischen 100 und 1.000 Euro während des Studiums. Nach einer Karenzzeit beginnt die Rückzahlung, deren Zinssatz je nach Abschlusszeitpunkt und Vertragstyp variiert. Seit dem Zinsanstieg 2022 lagen die Konditionen für neue Kreditnehmer in der variablen Variante zeitweise deutlich über 8 Prozent. Ältere Verträge mit Festzins können davon abweichen – in beide Richtungen. Die Bundesregierung gewährt der KfW im Rahmen des Programms Zinszuschüsse, deren genaue Höhe die Anfrage ebenfalls erfragt.
Rentabilität der KfW und BAföG-Prognosen
Die Anfrage geht über die individuelle Zinslast hinaus: Die Fraktion fragt, welchen Gewinn oder Verlust die KfW in den vergangenen zehn Jahren allein mit dem Studienkredit erzielt hat, und ob die Einnahmen die Verwaltungskosten decken. Außerdem interessiert die Linke, wie sich die Differenz zwischen dem Refinanzierungszinssatz der KfW am Kapitalmarkt und dem an Studierende weitergegebenen Zinssatz entwickelt hat. Im BAföG-Teil der Anfrage geht es um Prognosen für die Zahl der Darlehensnehmenden und die benötigten Bundeshaushaltsmittel in den nächsten fünf Jahren – jeweils berechnet für die aktuelle Gesetzeslage und die im Kabinett verabschiedete BAföG-Änderung. Damit soll transparent werden, welche Kosten auf den Bundeshaushalt zukommen und wie viele Studierende künftig Darlehen in Anspruch nehmen werden. Thematisch knüpft die Anfrage an breitere Debatten zur Studienfinanzierung an, wie sie auch auf anderen wirtschaftspolitischen Feldern geführt werden.
Zinslast konkret: Wer zahlt wie viel?
Ein zentraler Teil der 13 Fragen betrifft die konkrete Verteilung der Zinssätze. Die Linke will wissen, wie viele KfW-Kreditnehmer aktuell einen Zinssatz von mehr als 7 Prozent zahlen – und welchen prozentualen Anteil diese Gruppe an allen Studienkreditnehmenden ausmacht. Zudem soll die Gesamtsumme der ausstehenden Kredite nach Zinssatzkategorien (unter 5 %, 5–7 %, über 7 %) und Kreditphase aufgeschlüsselt werden. Diese Daten würden erstmals ein vollständiges Bild der Zinsrisiken im KfW-Studienkreditportfolio liefern. Für Vergleiche zu ähnlichen Finanzierungsfragen im Bundeshaushalt lohnt sich auch ein Blick auf den Beitrag zum Investitionsbeauftragten und seinen Kosten.
Die Bundesregierung hat nun grundsätzlich 14 Tage nach Zuleitung der Anfrage an das Bundeskanzleramt Zeit, zu antworten. Ob und in welchem Umfang sie die detaillierten Aufschlüsselungen liefert, bleibt abzuwarten.
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Betroffen sind Studierende in Deutschland, die ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise über KfW-Studienkredite oder BAföG-Darlehen finanzieren. Besonders belastet sind Kreditnehmende, die in Hochzinsphasen Verträge mit Festzinsen über 5 oder 7 Prozent abgeschlossen haben und sich nun in der Rückzahlungsphase befinden.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7948) wurde am 9. September 2026 eingereicht. Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Nach § 104 GO-BT ist grundsätzlich eine Beantwortung innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen.
- Karenzzeit
- Zeitraum nach dem Studium, in dem der Kredit noch nicht zurückgezahlt werden muss, aber Zinsen anfallen können.
- Notleidendes Darlehen
- Ein Darlehen, bei dem der Kreditnehmer die vereinbarten Zahlungen nicht mehr vertragsgemäß leisten kann.
- BAföG-Darlehen
- Der zinsfrei zu erstattende Darlehensanteil der BAföG-Förderung, der nach dem Studium in Raten an das Bundesverwaltungsamt zurückgezahlt wird.
Was ist der KfW-Studienkredit?
Der KfW-Studienkredit ist ein staatlich gefördertes Darlehen der KfW-Bank, das Studierenden monatliche Zahlungen zur Studienfinanzierung ermöglicht und nach dem Studium zurückgezahlt werden muss.
Wie viele Studierende erhalten BAföG?
Laut der Vorbemerkung der Fragesteller erreicht das BAföG derzeit weniger als 15 Prozent der Studierenden in Deutschland.
Warum sind die KfW-Zinsen ein Problem?
Nach Ansicht der anfragenden Fraktion haben gestiegene Zinssätze den KfW-Studienkredit für viele Studierende schwer kalkulierbar gemacht, da die Gesamtrückzahlung deutlich über der ursprünglichen Kreditsumme liegen kann.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7948 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































