- Elf Social-Media-Accounts auf sechs Plattformen für den Außenminister
- 9.000 Euro Sachkosten 2025, Gesamtbudget nicht gesondert erfasst
- Kein schriftliches Kommunikationskonzept vorhanden
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7799 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Seit dem Amtsantritt des aktuellen Bundesministers des Auswärtigen im Mai 2025 hat das Auswärtige Amt mehrere neue ministerbezogene Accounts auf Instagram, X und BlueSky eingerichtet, im November 2025 folgten YouTube und TikTok. Die AfD-Fraktion bat mit ihrer Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/7606) um Auskunft über Strategie, Personal und Kosten dieser Aktivitäten. Die Antwort der Bundesregierung datiert vom 31. August 2026.
- 31 Personen — arbeiten im Pressereferat der Zentrale des Auswärtigen Amts insgesamt.
- 7 davon — sind teilweise in der Redaktion für soziale Medien tätig.
- 1 Person — ist schwerpunktmäßig für die Social-Media-Accounts des Bundesministers zuständig.
- ca. 9.000 Euro — Ausgaben für technische Ausstattung und Lizenzen im Jahr 2025.
- 11 Accounts auf 6 Plattformen — Instagram, X, BlueSky, YouTube, LinkedIn und TikTok, davon mehrere seit Mai 2025 neu eingerichtet.
Im Detail
Für die Social-Media-Kommunikation des Auswärtigen Amts wird kein gesondertes Budget ausgewiesen. Sie ist organisatorisch Teil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Auswärtigen Amts.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7799, Frage 15
Das Auswärtige Amt ist für den Bundesminister des Auswärtigen auf sechs sozialen Plattformen mit insgesamt elf Accounts aktiv. Wie diese Kommunikation organisiert ist, welche Kosten sie verursacht und nach welchen Grundsätzen sie gestaltet wird, hat die Bundesregierung am 31. August 2026 in der Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/7799) offengelegt.
Social-Media-Auftritte des Außenministers im Überblick
Seit Mai 2025, dem Amtsantritt des aktuellen Außenministers, hat das Auswärtige Amt mehrere neue ministerbezogene Accounts eingerichtet. Auf Instagram existieren @außenminister (Mai 2025) und der ältere Behördenaccount @auswaertigesamt (März 2015). Auf X sind @auswaertigesamt (März 2011) und @außenminDE (Mai 2025) aktiv. Auf BlueSky kommen @ausseminister.diplo.de (Mai 2025) sowie @diplo.de und @germany.diplo.de (beide Oktober 2023) hinzu. YouTube und TikTok (@außenpolitik) wurden im November 2025 mit ministerbezogenen Accounts erweitert. LinkedIn nutzt das Auswärtige Amt seit August 2024 als Behördenkanal. Die Abgrenzung zwischen Behörden- und Ministerkommunikation erfolgt durch separate Konten — lediglich auf TikTok existiert ein gemeinsamer Account.
Kein schriftliches Konzept vorhanden
Auf die Frage, ob ein schriftliches Kommunikationskonzept oder eine Leitlinie existiert, antwortete die Bundesregierung knapp mit „Nein.“ Die Planung, Koordinierung, Freigabe und Veröffentlichung der ministerbezogenen Inhalte obliegt dem Pressereferat, das in enger Abstimmung mit fachlich zuständigen Organisationseinheiten arbeitet. Festgelegte Abstimmungs- und Freigabeprozesse sollen laut Bundesregierung Sachlichkeit und Amtsangemessenheit sicherstellen — eine schriftlich fixierte Strategie liegt dem jedoch nicht zugrunde.
Personal: 31 Stellen im Pressereferat, eine für den Minister
Im Pressereferat der Zentrale des Auswärtigen Amts arbeiten derzeit 31 Personen. Sieben davon sind teilweise in der Redaktion für soziale Medien tätig, eine Person ist schwerpunktmäßig für die Social-Media-Accounts des Außenministers zuständig. Die Beschäftigten gehören dem gehobenen oder höheren Dienst an und sind überwiegend Beamtinnen und Beamte; eine Stelle ist mit einem Tarifbeschäftigten besetzt. Wie hoch die auf Social Media entfallenden Personalkosten sind, kann die Bundesregierung nicht beziffern: Eine gesonderte haushaltsmäßige Zuordnung erfolgt nicht.
Kosten: 9.000 Euro Sachausgaben, Gesamtbudget nicht erfasst
Der einzige konkret benannte Kostenpunkt betrifft technische Ausstattung und Lizenzen: Für die ministerbezogene Social-Media-Kommunikation entstanden 2025 rund 9.000 Euro. Für 2026 nennt die Bundesregierung keinen Ansatz. Agenturhonorare, Produktionskosten und Reisekosten für begleitendes Personal lassen sich nach Angaben des Auswärtigen Amts nicht gesondert ausweisen, weil die Ausgaben nicht nach Kommunikationszweck erfasst werden. Bezahlte Werbung auf Social-Media-Plattformen wird nicht geschaltet — das hat die Bundesregierung auf entsprechende Nachfrage ausdrücklich verneint.
Fotoagentur begleitet Reisen des Außenministers
Für die fotografische Begleitung von Auslandsreisen besteht ein Rahmenvertrag mit einer Fotoagentur. Das Bildmaterial wird nach Angaben der Bundesregierung nicht ausschließlich für Social Media genutzt, sondern medienübergreifend für Webseite und weitere Kommunikationsformate eingesetzt. Reise- und Übernachtungskosten für die fotografische Begleitung können nicht nach einzelnen Reisen aufgeschlüsselt werden, da das Buchungssystem keine entsprechende Differenzierung vorsieht.
Die Bundesregierung bewertet die bisherige Resonanz auf die Social-Media-Auftritte als Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Der Ansatz, außenpolitische Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, soll fortgeführt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Ob und wie eine stärkere Kostentransparenz hergestellt wird, lässt die Antwort offen. Fragen rund um staatliche Ausgaben und deren Transparenz beleuchtet auch der Beitrag zu Mandat und Kosten des Investitionsbeauftragten.
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Steuerzahlerinnen und Steuerzahler finanzieren über den Bundeshaushalt die Öffentlichkeitsarbeit des Auswärtigen Amts einschließlich der Social-Media-Aktivitäten. Eine direkte Kostenzuordnung ist nach Angaben der Bundesregierung nicht möglich, weil Social-Media-Ausgaben im allgemeinen Presseetat aufgehen.
Bei mehreren Kostenfragen (Personalkosten, externe Dienstleister, Reisekosten) verweist die Bundesregierung auf fehlende gesonderte Haushaltssystematik und erklärt, dass eine Aufschlüsselung nicht möglich sei. Sachlich belegbare Einzelkosten werden nur bei technischer Ausstattung (ca. 9.000 Euro) und beim Verweis auf den Bundeshaushaltsplan benannt.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Auswärtiges Amt: Social-Media-Kosten im parlamentarischen Fokus →
- Pressereferat
- Organisationseinheit eines Ministeriums, die für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit einschließlich Social Media zuständig ist.
- Rahmenvertrag
- Dauerhafter Vertrag mit einem Dienstleister, der Konditionen und Leistungsumfang für einen bestimmten Zeitraum regelt — hier mit einer Fotoagentur für Reisebegleitung.
- Vollzeitäquivalent (VZÄ)
- Maßzahl, die Teilzeit- und Vollzeitstellen vergleichbar macht; ein VZÄ entspricht einer vollen Stelle.
Auf welchen Plattformen ist der Außenminister aktiv?
Das Auswärtige Amt betreibt Accounts auf Instagram, X, BlueSky, YouTube, LinkedIn und TikTok — teils für die Behörde, teils für den Minister persönlich.
Gibt es ein schriftliches Konzept für die Social-Media-Kommunikation?
Nein. Die Bundesregierung hat auf Frage 5 der Kleinen Anfrage ausdrücklich verneint, dass ein schriftliches Konzept, eine Leitlinie oder eine vergleichbare Arbeitsgrundlage existiert.
Wie hoch sind die Kosten für Social Media?
Für technische Ausstattung und Lizenzen entstanden 2025 rund 9.000 Euro. Personalkosten und Agenturkosten werden nicht gesondert erfasst und können laut Bundesregierung nicht beziffert werden.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7799 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































