Am 29. August 2026 dominierten Rüstungspolitik, demografische Entwicklung und
Fragen zur Rechtsstaatlichkeit in der Türkei das parlamentarische
Tagesgeschehen im Bundestag. Insgesamt zwölf neue Drucksachen wurden
veröffentlicht, die ein breites Themenspektrum von Bundeswehr-Aufträgen in
Ostdeutschland bis zur Förderung von Bürgerenergie abdecken.
Die Linke
Die Linke legte heute drei Kleine Anfragen vor, die sich schwerpunktmäßig mit
Rüstung und Außenpolitik befassen.
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Bundeswehr-Aufträge in Ostdeutschland (Drs. 21/7628): Seit
Mai 2025 gingen 101.881 Bundeswehr-Aufträge an ostdeutsche Unternehmen. Die
SPRIND fördert drei Rüstungsprojekte, während 20 weitere abgelehnt wurden.
Zudem sind acht Drohnenunfälle in Sachsen-Anhalt und Brandenburg
dokumentiert. -
Militärliegenschaften-Moratorium (Drs. 21/7627): Thüringen
ist vom BImA-Konversionsmoratorium nicht erfasst. Bundesweit betrifft das
Moratorium 187 Liegenschaften. Die Bundesregierung beantwortete 18 Fragen
der Linken mit lediglich einem einzigen Satz. -
EU-Marokko-Abkommen und Westsahara (Drs. 21/7703): Das
EU-Marokko-Abkommen schließt Agrarprodukte aus der Westsahara ein, obwohl
der EuGH frühere Abkommen am 4. Oktober 2024 annulliert hat. Bei zehn von
14 Fragen verfügt die Bundesregierung nach eigenen Angaben über keine
eigenen Daten.
AfD
Die AfD stellte heute sechs Anfragen zu Themen wie Christenverfolgung,
Geburtenrate, Islamismus-Förderung und Demokratieprojekten.
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Christen im Irak (Drs. 21/7629): Die christliche
Bevölkerung im Irak ist von 1,5 Millionen auf rund 170.000 Personen
gesunken. Trotz geschwächter IS-Strukturen dauern Milizengewalt und
Diskriminierung an. -
Geburtenziffer 2025 (Drs. 21/7695): Die Geburtenziffer
erreichte 2025 mit 1,32 Kindern je Frau einen neuen Tiefstand. Die Zahl
der Lebendgeburten liegt bei 654.241 — rund 141.000 weniger als 2021. -
Islamic Relief Deutschland (Drs. 21/7704): Das Auswärtige
Amt beantwortet Nachfragen zur Förderung der Organisation. Akten aus den
Jahren 2013 bis 2019 liegen nur in Papierform vor; die Bundesregierung
verweist bei Sicherheitshinweisen auf eine ältere Drucksache. -
Einheitswippe (Drs. 21/7706): Für das Denkmal wurden
bislang über 17 Millionen Euro ausgegeben, ein Fertigstellungstermin steht
weiterhin nicht fest. Die Anfrage ist noch nicht beantwortet. -
Starke Stelle (Drs. 21/7696): Die Beratungsstelle für
bedrohte Kommunalpolitiker verzeichnet seit August 2024 insgesamt 379
Beratungsfälle bei einem Fördervolumen von bis zu 1,06 Millionen Euro. -
Demokratie leben! in Brandenburg (Drs. 21/7698): Die
Bundesregierung legte Fördersummen für das Programm offen. Der Verein
mitMachen e.V. erhielt zwischen 2020 und 2024 insgesamt über 851.000 Euro.
Angaben für 2025 und 2026 fehlen noch.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen konzentrierten sich heute auf Energiepolitik, Rechtsstaatlichkeit
in der Türkei und Arbeitsmarktrecht.
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Energy Sharing (Drs. 21/7705): Mit 22 Fragen erkundigen
sich die Grünen nach dem Stand der Bürgerenergie und der gesetzlichen
Umsetzung des Energy-Sharing-Modells in Deutschland. Die Anfrage ist noch
nicht beantwortet. -
Türkei und Oppositionsbürgermeister (Drs. 21/7699): Seit
2024 wurden in der Türkei 35 CHP-Bürgermeister abgesetzt. Das
EU-Beitrittsverfahren liegt seit 2018 wegen Demokratiedefiziten auf Eis;
Sanktionen plant die Bundesregierung nicht. -
Sachgrundlose Befristung (Drs. 21/7697): Rund 1,256
Millionen Menschen sind sachgrundlos befristet beschäftigt. Die Koalition
plant eine Ausweitung der Höchstdauer auf 48 Monate, befristet bis Ende
2030. Konkrete Aussagen zu Beschäftigungseffekten kann die Bundesregierung
nicht machen.
Ausblick
Parlamentarisch relevant bleiben insbesondere die noch offenen Anfragen zur
Einheitswippe und zum Energy Sharing, auf die die Bundesregierung noch
antworten muss. Auch die Diskussion um die sachgrundlose Befristung dürfte
weiter an Fahrt gewinnen, sobald konkrete Gesetzentwürfe vorliegen. Das
Thema Westsahara und das EU-Marokko-Abkommen bleibt nach dem EuGH-Urteil
von 2024 ein Dauerbrenner, solange die Bundesregierung keine eigene
Datenbasis aufbaut.
- Rüstungsindustrie Ostdeutschland: 101.881 Bundeswehr-Aufträge
Drs. 21/7628 · Vorgang VO337407 - Militärliegenschaften-Moratorium: Thüringen nicht betroffen
Drs. 21/7627 · Vorgang VO338012 - Christen im Irak: Von 1,5 Mio. auf 170.000 geschrumpft
Drs. 21/7629 · Vorgang VO337962 - Geburtenziffer 2025: 1,32 Kinder je Frau — Tiefstand
Drs. 21/7695 · Vorgang VO338110 - Islamic Relief: Auswärtiges Amt beantwortet Nachfragen
Drs. 21/7704 · Vorgang VO338160 - Energy Sharing: Grüne stellen 22 Fragen zur Bürgerenergie
Drs. 21/7705 · Vorgang VO338579 - Einheitswippe: 17 Mio. Euro ausgegeben, kein Fertigstellungstermin
Drs. 21/7706 · Vorgang VO338582 - Türkei: 35 Oppositionsbürgermeister abgesetzt seit 2024
Drs. 21/7699 · Vorgang VO337852 - Sachgrundlose Befristung: Reform auf 48 Monate geplant
Drs. 21/7697 · Vorgang VO337466 - EU-Marokko-Abkommen: Westsahara ohne eigene Datenlage
Drs. 21/7703 · Vorgang VO338129 - Starke Stelle: 379 Beratungsfälle für Kommunalpolitiker
Drs. 21/7696 · Vorgang VO338291 - Demokratie leben! in Brandenburg: Förderbeträge offengelegt
Drs. 21/7698 · Vorgang VO337793
































































