- Lohnlücke Deutsch/Ausländer 2025: 1.038 Euro Median-Differenz
- 45 % der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern im Niedriglohnbereich
- 2,7 Mio. Vollzeitbeschäftigte verdienen zu wenig für Rente über Grundsicherung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7621 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundesagentur für Arbeit erfasst sozialversicherungspflichtige Bruttoarbeitsentgelte bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung. Auswertungen erfolgen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres für Vollzeitbeschäftigte der sogenannten Kerngruppe — das heißt ohne Auszubildende und ohne Beschäftigte mit gesetzlichen Sonderregelungen. Als Niedriglohn gilt nach OECD-Definition ein Entgelt unterhalb von zwei Dritteln des allgemeinen Medians (2024: 2.676 Euro; 2025: 2.811 Euro). Die AfD-Fraktion stellt seit mehreren Wahlperioden regelmäßig Anfragen zu Entgeltunterschieden nach Staatsangehörigkeit; eine Vorgängerantwort für 2023 erschien unter BT-Drs. 20/12614.
- 4.396 Euro — Median-Bruttomonatsentgelt deutscher Vollzeitbeschäftigter (Kerngruppe) am 31.12.2025
- 3.358 Euro / −1.038 Euro (−24 %) — Median ausländischer Vollzeitbeschäftigter 2025 und Abstand zu Deutschen
- 2.912 Euro — Median der Beschäftigten aus den acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern 2025 (−1.484 Euro gegenüber Deutschen)
- 3,4 Mio. / 15,5 % — Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnbereich (unter 2.811 Euro) am 31.12.2025; bei Ausländern 30,6 %, bei Deutschen 12,3 %
- 2,7 Mio. / 12 % — Vollzeitbeschäftigte 2025 mit Entgelt unter 2.672 Euro, also rechnerisch zu wenig für eine Rente über Grundsicherungsniveau nach 45 Beitragsjahren
Im Detail
Am 31. Dezember 2025 lag das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten der Kerngruppe bei 4 217 Euro, darunter 4 396 Euro für deutsche Staatsangehörige und 3 358 Euro für ausländische Staatsangehörige.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7621, S. 3
Das mittlere Bruttomonatsentgelt ausländischer Vollzeitbeschäftigter in Deutschland liegt 2025 um 1.038 Euro oder 24 Prozent unter dem ihrer deutschen Kollegen. Dieser Lohnunterschied nach Staatsangehörigkeit ist Gegenstand der BT-Drucksache 21/7621, mit der das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 13. August 2026 eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/6832) beantwortet hat. Die Daten stammen aus der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit und beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte der sogenannten Kerngruppe zum Stichtag 31. Dezember 2025.
Lohnunterschied nach Staatsangehörigkeit 2025
Der Gesamtmedian aller Vollzeitbeschäftigten der Kerngruppe lag am 31. Dezember 2025 bei 4.217 Euro brutto monatlich. Deutsche Beschäftigte erzielten im Median 4.396 Euro, ausländische Beschäftigte 3.358 Euro. Der Lohnunterschied von 1.038 Euro stellt eine Ausweitung gegenüber dem Vorjahr dar: Ende 2024 hatte die Differenz noch 973 Euro betragen. Innerhalb der ausländischen Beschäftigten variieren die Medianlöhne erheblich. Beschäftigte aus Indien (5.445 Euro), Taiwan (5.395 Euro) und China (5.065 Euro) erzielten 2025 sogar höhere Medianentgelte als Deutsche. Am anderen Ende der Skala lagen Beschäftigte aus Somalia (2.798 Euro), dem Irak (2.804 Euro) und der Ukraine (2.825 Euro).
Besonders ausgeprägt ist der Lohnunterschied bei den acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia, Syrien): Ihr Gesamtmedian betrug 2025 nur 2.912 Euro — ein Rückstand von 1.484 Euro oder 33,8 Prozent gegenüber deutschen Beschäftigten. Innerhalb dieser Gruppe zeigen sich ebenfalls starke Unterschiede: Beschäftigte mit iranischer Staatsangehörigkeit lagen mit 3.715 Euro deutlich höher als etwa somalische Staatsangehörige (2.798 Euro).
Lohnunterschied nach Anforderungsniveau der Tätigkeit
Die Drucksache schlüsselt den Lohnunterschied auch nach Qualifikationsniveau auf. Von den ausländischen Vollzeitbeschäftigten, die 2025 als Helfer tätig waren, erzielten rund 832.000 oder 70 Prozent ein Entgelt unterhalb des deutschen Helfer-Medians von 3.200 Euro. Bei Fachkräften waren es rund 1,26 Millionen oder ebenfalls 70 Prozent (unter dem deutschen Fachkraft-Median von 4.009 Euro). Auf Spezialistenniveau lagen 58 Prozent der ausländischen Beschäftigten unter dem deutschen Vergleichsmedian (5.240 Euro), auf Expertenniveau ebenfalls 58 Prozent (unter 6.623 Euro).
Ein weiterer Indikator verdeutlicht die Einkommenssituation: Von den ausländischen Fachkräften erzielten 2025 rund 790.000 oder 44 Prozent sogar ein Entgelt unterhalb des Medians der deutschen Helfer (3.200 Euro) — obwohl sie formal auf einem höheren Anforderungsniveau beschäftigt sind.
Niedriglohn: 30,6 Prozent der ausländischen Beschäftigten betroffen
Als Niedriglohn gilt nach OECD-Definition ein Bruttomonatsentgelt unterhalb von zwei Dritteln des allgemeinen Medians. Diese Schwelle lag 2025 bei 2.811 Euro. Von rund 21,6 Millionen Vollzeitbeschäftigten der Kerngruppe verdienten am 31. Dezember 2025 rund 3,4 Millionen oder 15,5 Prozent weniger als diesen Betrag. Unter deutschen Beschäftigten betrug der Niedriglohnanteil 12,3 Prozent, unter ausländischen Beschäftigten 30,6 Prozent. Besonders hoch ist der Niedriglohnanteil bei ukrainischen Staatsangehörigen (49,3 %), bulgarischen Staatsangehörigen (47,8 %) und Beschäftigten aus Afghanistan (49,7 %).
Was gilt aktuell? Rente und Grundsicherungsschwelle
Die Drucksache enthält auch eine Modellrechnung zur Altersvorsorge: Um nach 45 Beitragsjahren ohne Grundrentenzuschlag eine Rente oberhalb der Grundsicherung im Alter zu erhalten, wäre 2025 rechnerisch ein konstantes Bruttomonatsentgelt von mindestens 2.672 Euro erforderlich gewesen (2024: 2.525 Euro). Der Grundsicherungsbedarf selbst lag Ende 2025 bei durchschnittlich 1.024 Euro monatlich. Von allen Vollzeitbeschäftigten der Kerngruppe erzielten am 31.12.2025 rund 2,7 Millionen oder 12 Prozent ein Entgelt unterhalb dieses Schwellenwerts. Unter Beschäftigten aus den Asylherkunftsländern traf dies auf 37,5 Prozent zu, bei syrischen Staatsangehörigen auf 41,6 Prozent, bei Afghanen auf 41,2 Prozent. Die Bundesregierung weist darauf hin, dass aus dem Entgelt eines einzelnen Jahres keine Aussage über eine vollständige Erwerbsbiografie möglich ist.
Die Daten beruhen auf klassierten Angaben in 50-Euro-Schritten; Medianwerte wurden approximativ ermittelt. Ausführliche Ländertabellen mit über 50 Staatsangehörigkeitsgruppen sind als Online-Anlage zur BT-Drs. 21/7621 auf der Website des Deutschen Bundestages abrufbar. Zum Vergleich: Auch die Frage der Altersvorsorge von Geringverdienenden steht im Zusammenhang mit dem breiteren Thema Sozialausgaben und staatlicher Transferleistungen.
Weiterlesen:
- Bundeshaushalt 2027: Nettokreditaufnahme 118,7 Mrd. Euro
- Grunderwerbsteuer: EuGH-Urteil C-837/24 und offene Fragen
Betroffen sind rund 3,8 Millionen ausländische sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in Deutschland sowie deren Arbeitgeber. Besonders niedrige Medianlöhne und hohe Niedriglohnanteile zeigen sich bei Beschäftigten aus Osteuropa (Ukraine, Bulgarien), dem Westbalkan sowie den acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia, Syrien). Darüber hinaus sind 2,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte aller Staatsangehörigkeiten betroffen, die trotz Vollzeitarbeit rechnerisch keine Rente oberhalb der Grundsicherung erwerben.
Die Bundesregierung hat alle gestellten Fragen vollständig mit Daten der Bundesagentur für Arbeit beantwortet und die Tabellen als Online-Anlage zur Drucksache veröffentlicht. Methodische Einschränkungen (approximative Ermittlung aus klassierten 50-Euro-Schritten, vorläufiges Durchschnittsentgelt 2025) wurden transparent ausgewiesen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Lohnunterschiede: AfD fragt nach Entgeltlücke zwischen Deutschen und Ausländern →
- Medianentgelt
- Der Median ist der Wert, der die Verteilung aller Entgelte in zwei gleich große Hälften teilt — die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Er ist weniger anfällig für Ausreißer als der Durchschnitt.
- Kerngruppe
- Sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte ohne Auszubildende und ohne Beschäftigte mit gesetzlichen Sonderregelungen. Nur diese Gruppe ermöglicht sinnvolle Entgeltvergleiche.
- Niedriglohngrenze (OECD)
- Nach OECD-Definition gilt als Niedriglohnbezieher, wer weniger als zwei Drittel des Medianentgelts aller Vollzeitbeschäftigten verdient. 2025 lag diese Schwelle bei 2.811 Euro brutto monatlich.
Was ist der Medianlohn deutscher Vollzeitbeschäftigter 2025?
Laut BT-Drs. 21/7621 lag das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) deutscher sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter der Kerngruppe am 31. Dezember 2025 bei 4.396 Euro.
Wie hoch ist der Lohnunterschied zwischen Deutschen und Ausländern?
Das Medianentgelt ausländischer Beschäftigter lag 2025 bei 3.358 Euro, also 1.038 Euro oder 24 Prozent unter dem deutschen Median von 4.396 Euro.
Wie viele Beschäftigte verdienen zu wenig für eine Rente über Grundsicherung?
Laut Bundesregierung erzielten am 31. Dezember 2025 rund 2,7 Millionen oder 12 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten der Kerngruppe ein Bruttomonatsentgelt unter dem Schwellenwert von 2.672 Euro.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7621 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































