- 824,76 Mio. Euro Fördervolumen für 14 ZFD-Maßnahmen seit 2013
- Rund 380 Friedensfachkräfte in 45 Ländern im Einsatz (Stand 2024)
- 33 Fragen zu Projekten, Kosten, Kontrolle und Wirkungsnachweis
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7595 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Zivile Friedensdienst existiert seit 1999 und gehört zum Instrumentarium der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Er wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die Engagement Global gGmbH finanziert und orientiert sich am Nachhaltigkeitsziel 16 der UN-Agenda 2030 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen). Das Programm wird von einem Konsortium aus neun zivilgesellschaftlichen Trägerorganisationen gemeinsam mit staatlichen Stellen umgesetzt. Im Transparenzportal des Bundes sind derzeit 14 Fördermaßnahmen im Zeitraum 2013 bis 2028 erfasst.
- 824,76 Mio. Euro — Gesamtes Finanzierungsvolumen der 14 ZFD-Maßnahmen laut Transparenzportal des Bundes
- 770,75 Mio. Euro — Tatsächlich ausgewiesene Gesamtausgaben für die erfassten Maßnahmen
- 14 Maßnahmen — Fördervorgänge im Zeitraum 2013 bis 2028 (zwei davon für 2026–2028 geplant)
- rund 380 Fachkräfte — Im Jahr 2024 in etwa 45 Ländern tätig
- rund 1.700 Fachkräfte seit 1999 — In mehr als 60 Länder entsandt
Im Detail
Der ZFD ist nach eigenen Angaben im Transparenzportal ein Instrument der zivilen Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensförderung.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7595
Der Zivile Friedensdienst (ZFD) gehört zu den langfristig angelegten Programmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Seit seiner Gründung im Jahr 1999 hat er laut Angaben von Engagement Global und dem ZFD-Konsortium rund 1.700 Friedensfachkräfte in mehr als 60 Länder entsandt. Im Jahr 2024 waren rund 380 Fachkräfte gleichzeitig in etwa 45 Ländern aktiv. Das Finanzierungsvolumen der 14 im Transparenzportal des Bundes erfassten Maßnahmen beträgt insgesamt 824,76 Millionen Euro, die Gesamtausgaben werden mit 770,75 Millionen Euro ausgewiesen. Diese Größenordnung bildet den Ausgangspunkt einer umfangreichen parlamentarischen Kontrollanfrage.
Ziviler Friedensdienst: Was steckt dahinter?
Der ZFD versteht sich als Instrument der zivilen Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensförderung. Er orientiert sich am Nachhaltigkeitsziel 16 der UN-Agenda 2030, das auf die Förderung friedlicher und inklusiver Gesellschaften abzielt. Das Programm wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die Engagement Global gGmbH finanziert und von einem Konsortium aus neun zivilgesellschaftlichen Trägerorganisationen als Gemeinschaftswerk staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure umgesetzt. Die geförderten Maßnahmen reichen von Einzeljahresprojekten bis hin zu mehrjährigen Programmen; eine Maßnahme (DE-1-201440569) läuft seit 2014 ohne angegebenes Enddatum.
33 Fragen zur Mittelverwendung und Wirksamkeit
Die AfD-Fraktion hat am 13. August 2026 unter dem Titel „Förderung des Zivilen Friedensdienstes durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ eine Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7595) eingereicht, die 33 Einzelfragen umfasst. Die Fragen richten sich an die Bundesregierung und verlangen detaillierte Auskunft zu mehreren Themenbereichen:
Projektstruktur und Finanzen: Die Anfrage fragt nach den konkreten Einzelprojekten innerhalb der 14 Maßnahmen, deren finanzieller Ausgestaltung sowie der geografischen Verteilung der eingesetzten Mittel auf einzelne Länder und Regionen. Daneben wird erfragt, wie sich die seit 2013 bewilligten Mittel auf die neun Trägerorganisationen des ZFD-Konsortiums aufteilen und welcher Anteil auf Engagement Global gGmbH für Steuerung und Verwaltung entfällt.
Personal und Vergütung: Gefragt wird nach der Zusammensetzung des Personalbestands — entsandte Fachkräfte, lokale Mitarbeitende, administratives Personal — sowie nach den Vergütungs- und Tarifstrukturen. Auch die Gesamtkosten für Personalaufwendungen seit 2013 und die Abrechnungsmodalitäten gegenüber dem BMZ sind Gegenstand der Anfrage.
Wirkungsnachweis und Evaluierung: Ein zentraler Fragenblock betrifft die Frage, auf welcher Grundlage ein Wirkungszusammenhang zwischen ZFD-Maßnahmen und Konfliktprävention angenommen wird. Die Fraktion fragt nach Zielindikatoren, deren Messung und den erzielten Ergebnissen sowie nach den seit 2013 durchgeführten internen und externen Evaluierungen — einschließlich der beteiligten Evaluatoren, der Zeiträume und der entstandenen Kosten.
Finanzkontrolle und Unregelmäßigkeiten: Die Anfrage erkundigt sich nach den bestehenden Prüfmechanismen für die Mittelverwendung, nach festgestellten Beanstandungen seit 2013, nach Fällen von Mittelrückforderungen sowie nach Korruptionsverdachtsfällen oder Verstößen gegen Förderbedingungen. Auch die Kriterien für die Auswahl lokaler Partnerorganisationen und deren Ausschlusskriterien werden abgefragt.
Politische Einflussnahme und Migration: Zwei weitere Fragenblöcke betreffen die institutionellen Vorkehrungen gegen eine Einmischung in innerstaatliche politische Prozesse der Partnerländer sowie den Beitrag des ZFD zur Reduktion von Flucht- und Migrationsursachen im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen, Flüchtlinge reintegrieren“.
Offene Fragen zur unbefristeten Maßnahme
Besondere Aufmerksamkeit richtet die Anfrage auf die Maßnahme DE-1-201440569, die seit 2014 läuft und kein Enddatum aufweist. Die Fragesteller wollen wissen, aus welchen Gründen kein Enddatum angegeben ist und nach welchen Kriterien über Fortführung, zeitliche Begrenzung oder Entfristung dieser Maßnahme entschieden wird. Ähnliche Fragen zur Transparenz von Bundesfinanzierungen ohne klaren Abschluss beschäftigen den Bundestag regelmäßig in verschiedenen Politikfeldern.
Die Antwort der Bundesregierung auf die 33 Fragen steht noch aus. Ob und in welchem Umfang die Fragen vollständig beantwortet werden, bleibt abzuwarten. Vergleichbare Anfragen zu Außenausgaben des Bundes — etwa zur Verwendung von Mitteln im Auswärtigen Amt — zeigen, dass die parlamentarische Kontrolle von Entwicklungshilfemitteln ein dauerhaftes Thema im Bundestag ist.
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Direkt betroffen sind die rund 380 entsandten Friedensfachkräfte sowie lokale Mitarbeitende in etwa 45 Ländern. Indirekt betreffen die Haushaltsmittel alle deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, da der ZFD vollständig aus dem Bundesetat finanziert wird. Die neun Trägerorganisationen des ZFD-Konsortiums sind als Durchführungsorganisationen unmittelbar von der Förderpraxis betroffen.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/7595) ist am 17. August 2026 eingegangen. Die Bundesregierung hat die Anfrage noch nicht beantwortet. Nach § 104 GO-BT ist grundsätzlich eine Antwort innerhalb von 14 Tagen nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt vorgesehen.
- Ziviler Friedensdienst (ZFD)
- Ein Programm der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, das qualifizierte Fachkräfte zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung in Krisenregionen weltweit entsendet.
- Engagement Global gGmbH
- Bundeseigene gemeinnützige Gesellschaft, die im Auftrag des BMZ entwicklungspolitische Programme verwaltet und abwickelt, darunter den ZFD.
- IATI-Daten
- International Aid Transparency Initiative — ein internationaler Standard zur Offenlegung von Entwicklungshilfedaten, dem sich Deutschland verpflichtet hat.
Was ist der Zivile Friedensdienst (ZFD)?
Der ZFD ist ein Programm der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, das Friedensfachkräfte in Konfliktregionen weltweit entsendet. Er wird vom BMZ über die Engagement Global gGmbH finanziert und von neun Trägerorganisationen umgesetzt.
Wie viel Geld fließt in den Zivilen Friedensdienst?
Laut Transparenzportal des Bundes beträgt das Finanzierungsvolumen der 14 erfassten Maßnahmen insgesamt 824,76 Millionen Euro; die Gesamtausgaben werden mit 770,75 Millionen Euro ausgewiesen.
Was will die AfD mit der Anfrage herausfinden?
Die Fraktion fragt in 33 Einzelfragen nach konkreten Projekten, Zahlungsempfängern, Personalstrukturen, Evaluierungsergebnissen, Korruptionsverdachtsfällen und dem messbaren Wirkungsnachweis der ZFD-Maßnahmen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7595 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































